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Topic: Gender Codes (Read 11543 times) previous topic - next topic

Gender Codes


Was macht eigentlich Frauenkleidung zu Frauenkleidung?
Und warum dürfen Männer sie nicht anziehen?

Diesen Fragen habe in meinem Artikel
http://people.freenet.de/Jula.Me/gendercodes.htm
nachgespürt.

Interessiert?

Re: Gender Codes

Reply #1
ja, sehr interessiert...

...und gelesen, Klasse.
Jula, Du schreibst wunderbar,
kann den Artikel nur wärmstens empfehlen!

Re: Gender Codes

Reply #2
Sehr interessante Gedanken, Jula  :)

Quote
Zu den historischen Gender Code gehört die Rechts- bzw. Linksknöpfung bei Hemden, Blusen, Jacken, Mänteln bis hin zum Hosenschlitz. Bei Männerhemden sind die Knöpfe auf der rechten Seite, bei Frauenblusen auf der linken.

Der Ursprung dieser Konvention liegt im Dunkel der Geschichte. Ein Männerhemd und eine Männer erkennt man immer noch daran, dass die linke Seite über die rechte geschlagen wird, bei Frauenkleidung ist es umgekehrt.


Hier glaubte ich jahrelang an die Erklärung: Weil die Zofe vor der Dame stand um die Knöpfe zuzumachen, lagen sie so, daß sie sie besser knöpfen konnte.
Meine Schneiderin klärte mich nun anders auf: Die Frau geht/steht rechts vom Mann und wenn sich der geknöpfte Schlitz mal öffnet, kann man nur von links reingucken...da wo der Ehegatte geht. Nicht von links, wo womöglich Fremde stehen.

Übrigens: Ich habe ein rosa Handy. Als ich mir das im Telefonladen aussuchte, reagierte die Verkäuferin schockiert: Das ist aber doch für Frauen!
Ich (wörtlich): Man, sind sie verknöchert. Warum darf ein Mann kein rosa Handy haben?
Soll ich ein Schwarzes mit Sattelgeruch nehmen?  ;)





Re: Gender Codes

Reply #3
@Roxanne
kommst du am Samstag? Ja? dann mach ich dir dein Handy abspenstig.

@Jula
nach lesen deiner Gedanken, hab ich spontan beschlossen, das wir am Mittwoch ins Willich gehen.

Weil:

Im Willich werd ich je nach Leuten und Laune mal als Konstanze, Eric oder manchmal sogar als Erika angesprochen.

Es ist einfach egal, wer und wie man da auftaucht.


Re: Gender Codes

Reply #5
Roxanne hat zur "Knöpf-Konvention" geschrieben:
"Die Frau geht/steht rechts vom Mann und wenn sich der geknöpfte Schlitz mal öffnet, kann man nur von links reingucken...da wo der Ehegatte geht. Nicht von links, wo womöglich Fremde stehen."
:-[ Süße und keusche Erklärung:
bloß geht z.B. in angelsächsischen Ländern die Dame keineswegs immer rechts vom Herrn - sondern der "schützt" sie jeweils vom Straßenrand.
8) Da dürfen also die Fremden manchmal was blitzen sehen ?! ;D

Die trivialste, aber wahrscheinlichste Erklärung der "Knöpf-Konvention", die ich gelesen habe, ist: als immer mehr Konfektions-Kleidung fabriziert wurde, hat sich der zufälig gerade herrschende Unterschied "verewigt", weil immer ein Fabrikant den anderen nachmachte
[vergl. die QUERTZUIOP-Tastatur, die ursprünglich mal verhindern sollte, daß man zu schnell tippte, weil sich dann die Typenhebel verhedderten (!) - die hat so bis ins Computer-Zeitalter überlebt...]

Die skeptische HEKATE

Re: Gender Codes

Reply #6
bloß geht z.B. in angelsächsischen Ländern die Dame keineswegs immer rechts vom Herrn - sondern der "schützt" sie jeweils vom Straßenrand.


Die Briten drehen eh alles Vernünftige um, bloß um sich vom Kontinent abzusetzen...  ;)

Re: Gender Codes

Reply #7


ich hab mir mein handy auch vor geraumer zeit angemalt... selbst ist die basteltranse  :P

 

Re: Gender Codes

Reply #8
der bastel wastel wird vor neid erblassen ;)

Re: Gender Codes

Reply #9
Jula, Deinem Traktat stimme ich weitgehend zu.

Klar haben die allermeisten Maenner irrsinnig Schiss, bereits durch Spurenelemente von femininen Attributen einen sozialen Ansehenverlust zu riskieren. Sie sind in ihrem Rollenverhalten eh darauf orientiert, sich permanent ihrer Maennlichkeit zu versichern, oftmals durch hinreichend irrationale und stressige Handlungen - eine richtige Aufgabe bzw. Arbeit fuer die armen.

Frauen scheinen mir da keinen nennenswerten Bedarf zu haben bzw. auch vor dritter Seite kaum Anfechtungen oder Zweifeln an ihrem weiblichen Genderstatus zu unterliegen. Die sind dann zwar u.U. auch irrational, koennen diesen Zustand aber eben geniessen. Bei mir kommt da mitunter Neid auf.

Wenn wir aber nun mal "unsere" Fraktion ansehen, ist es ja mit dem Tragen von entsprechender Kleidung noch lange nicht getan, ein Komfortaspekt o. ae. ist diesbezueglich sicher nicht alles.

Wir betreiben massive Mimikry, z.B. (ge-)brauchen die meisten  weibliche Namen, schminken sich, verwenden feminines Parfum, manche versuchen sich besonders "weiblich zu fuehlen" (was immer das dann sein mag) etc., sprich: Es wird eine weitgehende Vollemulation durchgezogen.

Nur um Kleidung aus einem erweiterten Spektrum zu tragen, wird dann doch ein immenser Zusatzaufwand geleistet. Also ist da noch ne Menge im Busch ! Dabei kann Dein Text natuerlich als eine willkommene  Rationalisierungskruecke dienen, warum man sowas tut. Taeusche ich mich da ?

Das soll keinesfalls Kritik an Deinem Text sein -  nur spontane Gedankensplitter zum dazu.

Re: Gender Codes

Reply #10
Handelt es sich um ein Pamphlet Männer aus der Reserve zu locken, oder um erlebte Wirklichkeit?

Andeutungen noch und nöcher ohne wirklich Stellung zu beziehen.

Männer übernehmen gern Verantwortung und ordnen dieser banalen Freizeitaktivitäten unter.

Durch die massive Inanspruchnahme von gegebenen Versprechen wie Schutz, Sicherheit, Wohlfahrt, Wärme, Lebenslust
und cosmopolitischer Ausdehnung wird der Freizeitfaktor zwangsweise eingeschränkt.

Der Spagat  die materiellen Voraussetzungen zu erschaffen und gleichzeitig zeitlich für die Familie präsent zu sein, erfordert
ein Höchstmaß an Konformität zwischen den Paaren.

Gerade deshalb ist die Zuordnung der Rollenverteilung in einer Beziehung von fundamentaler Bedeutung.

Re: Gender Codes

Reply #11
@ Surpriser
Mit dem Text möchte ich nicht zu der Frage der Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen Stellung beziehen, sondern es handelt sichum einen Versuch, die aktuellen Bekleidungskonventionen zu durchleuchten.

@ Jil
Deine Hinweise empfinde ich als hilfreich.
Was ich versucht habe, ist rationale Erklärungsmuster für das Phänomen der Bekleidungsdifferenzierung aufzuzeigen.
Deine Gedanken stellen insofern ein Weiterdenken dar. In der Semantik meines Aufsatzes gesprochen ist das Verhalten von Transgendern der bewusste Einsatz von weiblichen Gender Codes, um die Selbst- und Fremdwahrnehmung dahingehend zu manipulieren, dass die Leute und man selbst eine Frau sehen, wo üblicherweise ein Mann wahrgenommen wird.
Weil unsereine (ich gehe hier mal wieder von mir aus) eine große Distanz zu diesem Ziel hin zu überwinden hat, werden weibliche Gender Codes besonders intensiv (um nicht zu sagen: massiv) eingesetzt.
Wir sind in unserer Kleidung und unserem Styling häufig besonders feminin, um den gewünschten Eindruck zu erreichen. Während eine Frau ungeschminkt und in Kleidung ohne Gender Codes immer noch wie eine Frau auf die Umwelt wirkt, ist das bei Trannies üblicherweise nicht der Fall. Wir müssen "Weibliche Signale" setzen um weiblich wahrgenommen zu werden. Hoffentlich!
2 Sonderaspekte kommen noch hinzu, die du anzudeuten scheinst:
1. In unserem Eifer neigen wir (eventuell auch mangels ausreichender Erfahrung) zu Überkompensation und setzen mit langen Haaren, kurzen Röcken, Highheels, haufenweise Schminke usw so viele Gender Codes, dass wir dadurch schon wieder auffällig werden
und
2. wir haben wegen des gefüjhlten Defizits eine besondere Zuneigung zu weiblichen Gender Codes, die größer ist als die normaler Frauen. Feinstrumpfhosen zB. die von viele Frauen eher als notwendiges Übel betrachtet werden. Die Gender Codes, die Frauen nutzen um anderen Signale zu geben, sind für uns sozusagen Selbstzweck.

In dem von mir geplanten "Institut für interdisziplinäre Geschlechtsforschung", das ich aufmachen werde, wenn mir endlich jemand die dafür nötigen 200 Mio Euro spendet, werden Sozialwissenschaftler und Psychologen gemeinsam mit Wahnehmungsphysiologen eine "Quantitative Theorie der Gender Codes" erarbeiten, mit deren Hilfe Gender Codes in ihrer Wirkung so beschrieben werden, dass Trannies individuell ihr Styling von "androgyn" über "unauffällig weiblich" bis zu "Objekt männlicher Begierde" planen können.

Es gibt viel zu tun!
Jula

Re: Gender Codes

Reply #12
Geehrter Surpriser :

Quote
Handelt es sich um ein Pamphlet Männer aus der Reserve zu locken, oder um erlebte Wirklichkeit?


Zur Klarstellung, ich wollte niemandem auf die Huehneraugen treten. Dann beziehe ich mal vorsichtig Stellung, selbst wenns am Threadthema vorbeirauscht:

Quote
Andeutungen noch und nöcher ohne wirklich Stellung zu beziehen.


Deiner Reaktion nach funktioniert ersteres immerhin, noech.

Und die Wirklichkeit kenne ich u.a. aus meiner eigenen Vergangenheit. Ich habe mich hinreichend bloede aufgefuehrt, um ja nicht aufzufallen, als mir klar wurde, dass ich doch ein bisserl anders war. Eben die Kopie des Machoprogramms der meisten meiner maennlichen Freunde und Bekannten, und zwar volle Kanne. Gelegen hat mir das nicht wirklich. Mein Gott, was ein doofer Aufwand zur Tarnung.

Ok, ok, es war primaer nicht fuer Dich geschrieben, ich haette meine Gedanken Jula besser als PM mitteilen sollen. Sorry.

Nun weiter im Text.

Mir ist noch nocht ganz klar, meinst Du nachfolgend Variante a) oder b) bzw. habe ich noch was uebersehen ?

Quote
Männer übernehmen gern Verantwortung und ordnen dieser banalen Freizeitaktivitäten unter.


a) Männer übernehmen gern Verantwortung und ordnen diese  banalen Freizeitaktivitäten unter.
b) Männer übernehmen gern Verantwortung und ordnen dieser banale  Freizeitaktivitäten unter.

Erstmal erschliesst sich mir der Bezug zur Freizeit nicht. Und wofuer soll ein Mann bei einer Frau Verantwortung uebernehmen ? Benoetigt sie einen Vormund ???? Waehlen darf sie immerhin doch auch schon.

Bin jetzt aeusserst verwirrt ....

Quote
Durch die massive Inanspruchnahme von gegebenen Versprechen wie Schutz, Sicherheit, Wohlfahrt, Wärme, Lebenslust und cosmopolitischer Ausdehnung wird der Freizeitfaktor zwangsweise eingeschränkt.


Hier klingt mir Eva Herrmann in den Ohren, seeehr klassisch. Bloss empfinden nicht alle das angefuehrte Versprechensbuendel als Traumziel ihrer Lebensfuehrung, es gibt ne Menge Variationen, wie Frauen heute gluecklicherweise auch anders leben koennen.

Quote
Der Spagat  die materiellen Voraussetzungen zu erschaffen und gleichzeitig zeitlich für die Familie präsent zu sein, erfordert ein Höchstmaß an Konformität zwischen den Paaren.
Gerade deshalb ist die Zuordnung der Rollenverteilung in einer Beziehung von fundamentaler Bedeutung.


Wittere ich da ein biologistisch begruendetes Patriarchat ? Was gilt dann in Situationen ohne Brutwunsch,
schliesslich wollen gar nicht alle Nachkommenschaft ?

Es soll inzwischen sogar Frauen geben, die ein hohes Einkommen erzielen, sich durchaus schuetzen koennen und im privaten Bereich nicht unbedingt jemanden brauchen, der ihnen die Welt erklaert. Insofern sehe ich Deine Aussage nicht als allgemeinverbindlich.

Bevor ich jetzt in die militante feministische Ecke geschubst werde, hoere ich lieber mal auf.


Re: Gender Codes

Reply #13

Ok, ok, es war primaer nicht fuer Dich geschrieben, ich haette meine Gedanken Jula besser als PM mitteilen sollen. Sorry.


Nö... Hättest Du nicht sollen... Sonst hätte ich sie ja nicht lesen können...

La Valentina+++

Re: Gender Codes

Reply #14
@Jula

Quote
Wir sind in unserer Kleidung und unserem Styling häufig besonders feminin, um den gewünschten Eindruck zu erreichen. Während eine Frau ungeschminkt und in Kleidung ohne Gender Codes immer noch wie eine Frau auf die Umwelt wirkt, ist das bei Trannies üblicherweise nicht der Fall. Wir müssen "Weibliche Signale" setzen um weiblich wahrgenommen zu werden.


So issses !!!!!

Quote
1. In unserem Eifer neigen wir (eventuell auch mangels ausreichender Erfahrung) zu Überkompensation und setzen mit langen Haaren, kurzen Röcken, Highheels, haufenweise Schminke usw so viele Gender Codes, dass wir dadurch schon wieder auffällig werden


Das bewaehrte System "viel hilft viel"   ;D