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Maries Dilemma

Also zu mir, wir schon angekündigt ;)
ich bin so in den 30ern und seit ca 10 Jahren lebe ich relativ exzessiv und regelmäßig meine Weiblichkeit aus.
Ich bin aber immer zu Hause, nie draussen oder unter Menschen. Es geht gut, denn ich hab meine eigene Wohnung und meine Freundin (die nichts weiß) geht ok damit dass ich Zeit für mich brauche. so kann ich gerne mal Samstags abends für mich sein oder auch unter der Woche den einen oder anderen Abend.

Ich streife also mein Männliches ich total ab, so komplett es eben geht. Sprich, Brüste aus Silikon, Unterwäsche, Parfum, Haarschmuck. Ich leg sehr viel wert darauf, dass ich gut aussehe und eben nicht verkleidet (das gefällt mir nicht am Auftreten vieler Transen)
Dann genieße ich den Abend für mich, ich schaue Filme/Serien oder spiele Videospiele oder programmiere irgendwas.
Es gibt so ein paar Sachen, die mir wichtig sind: Ich möchte meine Kleidung nicht waschen, denn ich habe angst, dass sie daruch leidet. Daher esse ich eigtl nicht als Frau eit, sondern eben vorher. Ich achte also auch relativ penibel drauf dass die Sachen nicht schmutzig werden.
Es ist fast als ob sie heilig wären ;-)

Äusserst gerne mache ich Photosessions. Da ich Hobbyfotograf bin, hab ich das nötige Geschick, auch als Selbstportrait ansehnliche Bilder hinzubekommen. Die Aufnahmen gehen mittlerweile ins Semierotische, sprich, bis auf die Unterwäsche, unter Betonung der weiblichen Körperteile (die ja gar nicht vorhanden sind ;-)

Ich teile die Bilder auch gerne in entsprechenden Gruppen und bekomme einige Komplimente - bisher hat noch keiner jemals in Frage gestellt, dass das, was sie auf den Bildern sehen, tatsächlich eine Frau ist. Da ich , wäre ich wirklich eine Frau, lesbisch wäre, hab ich mich auch zeitweise in Lesben-Foren angemeldet und dort Kontakt zu frauen aufgenommen.. Es gab einige heiße Gespräche und auch Fototausch. Auch hier hat niemand in Frage gestellt, dass ich eine Frau bin, nur evtl dass ich mir mal die Beine rasieren sollte ;-)
Aber ich hab mich da inzwischen wieder abgemeldet, denn es führt zu nichts. Solange ich keine Frau bin, kann ich auf Dauer nicht als Lesbe auftreten.
Ich hab auch eine private Seite wo ich so gut wie alle meine Fotos in einer Gallerie angeordnet habe. Es erfüllt mich mit Freude geradezu, wenn ich mich auch tagsüber, z.b. bei der Arbeit, sehen kann.
Ach, ich muss noch dazuschreiben, dass alle Fotos ohne Gesicht sind natürlich. Da ich lange Haare hab, natürlichweise, gelingen dennoch ganz hübsche Fotos wo man immerhin Haare sieht. Und: Ich bin mit einer sehr weiblichen Figur gesegnet. Breite Hüften, relativ schmale Schultern und ein ehr dicker Hintern ;-) Das kommt  der Authentizität der Bilder natürlich auch zu Gute.
Warum ich diese mache? zum einen sehe ich mich gerne als Frau. Sehe ich mich als Mann auf Bildern, ist das so .. meh . Geht mittlerweile, aber ich find mich meist doof. Hier aber? Bin fast schon narzisstisch verliebt oft. Irgendwie auch nicht gesund vielleicht.
Und zum anderen - durch das posten bekomme ich natürlich Bestätigung und werde wenigstens anonym als Frau gesehen. Sexuelle Erregung ist jedenfalls nicht der Grund warum ich das ganze so genieße. Ist ehr hinderlich, wenn das Ding dann ein Foto versaut, weil es gerade stehen will. Naja.
Ich kann das Gefühl nicht beschreiben. Es ist ein Glücksgefühl, was es so nicht anders gibt. Annähernd ist noch Essen ähnlich toll für mich. Aber z.b. Sex nicht.
Es ist einfach ein Gefühl der vollkommenheit, der vollkommenen Zufriedenheit mit sich selbst. Und es ist ein Gefühl, dass ich schmerzlich vermisse wenn ich die Kleider, Unterwäsche und Schmuck wieder abstreifen muss.
Leider bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich nicht weiterkomme. Ich kann das nun noch eine Weile so treiben, irgendwann aber z.b. werde ich mit meiner Freundin zusammenziehen und dann wird es mehr als schwierig. (Geht wahrscheinlich nicht nur mir so)
Noch dazu setzt es mich auch unter Druck, denn ich muss den Rest des Tages gut planen, um möglichst viel Zeit als Frau zu haben. Sprich, essen vorher, duschen vorher usw. Das setzt mich oft sehr unter Druck. Ausserdem ist es doch realtiv einsam, da ich halt die Abende auch irgendwie alleine bin, auch wenn ich mit Freunden über facebook etc im Kontakt bin, allein bin ich dann doch. (ich bin gerne alleine, das kommt mir hier entgegen - aber es ist doch etwas viel)

Jetzt wäre der nächste logische Schritt natürlich, sich zu öffnen, mit allen Fakten auf den Tisch und schauen was passiert.
Es wäre z.T. genial. Ich könnte als Frau zur Arbeit gehen, als Frau Autofahren, in urlaub fahren und Freunde treffen.

Doch - ich weiß nicht ob ich das will. Ich stoße ein Tor auf, was nie wieder zugehen kann. Ich weiß nicht, wie ich mich selber sehen will. Selbst wenn ich mich morgen öffne und in einem Jahr mit dem ganzen Thema abschließe - ich werde immer in die Schublade Transe gesteckt werden.
Nicht dass ich das selber negativ sehe  - aber ich mag erstens nicht in einer Schublade stecken, in die ich nicht gehöre und auch nicht die Nachteile “erleiden” müssen die so eine Schublade in der Gesellschaft erfährt.
Aber zurück zu heute.
Oft habe ich mich so gesehen, dass ich ernsthaft überlegte, komplett Frau zu werden. Mit OP und allem. (Das wäre für mich übrigens so gesehen der einzig wirklich komplett befriedigende Weg) Ich würde es lieben, echte Brüste zu haben, eine Scheide. Meinen Penis würde ich wohl irgendwie auch vermissen, komischerweise. Ich gehöre also nicht in die Gruppe von Leute, die ihr Geschlecht hassen und darunter leiden.
Ich würde es einfach nur lieben.. vielleicht bevorzugen .. ich würde auch den Sex als Frau gerne erleben. Wobei ich auch den Sex als Mann gut finde. Ich hab keine Probleme mit meiner Rolle.

Aber dann wieder .. kommt der Moment wo ich nichts ändern will zu jetzt und froh wäre, wenn ich nicht mehr das Bedürfnis hätte, in eine andere Rolle zu schlüpfen.  Dann würd ich am liebsten alle Klamotten verkaufen so dass ich gar nicht mehr in die “Versuchung” komme, den Abend als Frau einplanen zu wollen. Man könnte schon sagen, dass es irgendwie eine Sucht ist.

Wenn ich in mich hineinhorche, was ich sein will .. oder mich von aussen betrachte, wie ich da bin in der Welt.. meine Person - dann sehe ich immer nur mich. Keine Frau, keine Veränderung, kein anderes Bewusstsein. Nur einfach mich.
Ich weiß nicht, es kann auch sein, dass ich das einfach über 30 Jahre so gewohnt bin. Und es einfach nur ein ungewohntes Bild ist. Aber es scheint doch mehr zu sein als das, was mich davon abhält.
Irgendwie sehe ich mich nicht als Frau. Auch wenn ich es gerne bin. Kann man das verstehen?

Für mich kommt aber auch die andere Option nicht in Frage, also quasi als Tranny aufzutreten. Das ist ein Bild von mir das ich auch nicht mag. Ich möchte, wenn dann perfekt eines sein. Entweder Mann oder Frau. Ich weiß, dass es die Theorie gibt, dass die Geschlechtergrenzen eh fließend sind und man sie noch weiter aufweichen sollte. Ich denke aber für mich gilt das nicht. Nicht so wie ich mich sehen will im Leben.

Hätten wir vielleicht eine ganz neue Spielwiese, wäre es vielleicht anders. Ich würde neu anfangen, vielleicht auswandern, und an dem neuen Ort von anfang an so auftreten, wie ich mir das vorstelle. Dann käme ich mit evtl auch mit einer Rolle zurecht die nicht präzise Mann oder Frau ist.

Aber noch mal zurück zu hier. Was kann ich hier tun? Wie kann ich überhaupt mal zu einer Entscheidung kommen, die mir fragen beantwortet wie - was ist mir wichtiger, das Weiblich-Sein aufgeben oder meine Beziehung zu riskieren? Ich sehe diese nämlich ganz stark gefährdet wenn ich mich meiner Freundin gegenüber outen würde. Nicht weil sie so ein unverständnisvoller Mensch ist, sondern weil sie selber ein ehr sensibler und labiler Typ ist. Ich denke es würde sie unglaublich aus der Bahn werfen. Wir sind jetzt fast 5 Jahren zusammen und ich weiß einfach, aus Erfahrung, dass ihre Psyche so ein Outing evtl nicht verkraften könnte. Daher frag ich mich eben - kann ich, soll ich aufhören, ist mir das so wichtig überhaupt?
Grundsätzliche Frage, ist es nur ein Hobby von mir quasi, oder ist es ein Teil von mir, den ich nicht ablegen kann, niemals ?
Ich hatte meine Phasen, wo ich das alles verteufelt habe. Monatelang nicht angerührt. Es gab immer ein Ereignis, dass das provoziert hat. Einmal war meine Freundin schwer im Krankenhaus. Da hab ich mir gedacht, wie kann ich das nur machen, es gibt doch hier viel wichtigere Sachen. Und wollte Aufhören. Tat es aber nicht, als es meiner Freundin besser ging, kam auch der Wunsch wieder, Frau zu sein. Oder einmal, als sie meine Sachen fast entdeckte, das erschien mir wie ein Warnschuss vorn Bug. Aber ich hab den Wunsch dennoch wieder gehabt.

Es ist einfach ein Zustand den es *so* einfach nicht gibt mehr. Wenn ich hier sitze und ich sehe hinab an meinem schönen weiblichen Körper, sehe die schönen Rundungen, rieche den Duft .. weiß ich hab zart-feminine Unterwäsche.. das ist einzigartig!
(Ich frag mich allerdings, ob Frauen auch so von sich denken. Aber Frauen sind ja gern eitel, und mögen es, sich schön zu finden, denke ich mir)

Ich weiß auch nicht, wie ich meine weibliche Seite in die Partnerschaft einbringen sollte. Sex mag ich so nicht haben. Wenn ich mir vorstelle, meine freundin zieht mich aus und dann kommt ein Penis zum Vorschein - das passt nicht für mich. Oder zieht den BH aus und die Prothesen fallen raus. Nein, das müsste schon echt Frau sein.

Hm ich denke ich mal hier mal Schluss fürs erste. Sonst liest das keiner ;)
Würde mich freuen wenn jemand antwortet, gerne auch mit Fragen zu einzelnen Details. Oder mir eine PN schreiben.

lGMarie

Re: Maries Dilemma

Reply #1
Hm also das mit der Beziehung erschwert die Sache natürlich etwas. Aber du könntest trotzdem versuchen mal ein paar Schritte ausserhalb deiner Wohnung als Frau zu gehen. Dazu musst du dich nicht unbedingt überall outen. Du könntest z.b. mal eine Selbsthilfegruppe oder eher einen Stammtisch von Transleuten in deiner Nähe aufsuchen. Das hat mir am Anfang sehr geholfen.

Zu einer Therapeutin könntest du natürlich auch gehen aber ist halt die Frage ob du das brauchst. Die Frage ob du trans bist oder nicht wird dir auch kein Therapeut beantworten können.

Aber andererseits bist du auch in einer komfortablen Situation: ich lese da jetzt keinen schlimmen Leidensdruck heraus der jetzt ein dringendes Handeln vorgeben würde. Das entspannt die Sache etwas. Für mich war es am Anfang wichtig die Barrieren im Kopf einzureißen á la "da darf nie jemand in meinem Umfeld was davon erfahren". Oft unterschätzt man auch sein Umfeld in der Beziehung.

Re: Maries Dilemma

Reply #2

Da ich lange Haare hab, natürlichweise, gelingen dennoch ganz hübsche Fotos wo man immerhin Haare sieht. Und: Ich bin mit einer sehr weiblichen Figur gesegnet. Breite Hüften, relativ schmale Schultern und ein ehr dicker Hintern ;-) Das kommt  der Authentizität der Bilder natürlich auch zu Gute.




Vielleicht haben Dir die Eltern auch nur eingeredet, das Du männlich bist und Su bist tatsächlichteilweise weiblich.

Re: Maries Dilemma

Reply #3
Vorweg: was du schreibst, ist sehr nachvollziehbar und du bist mit vielen Überlegungen und Entscheidungen sicher nicht allein.

Der für mich kritische Punkt: du wehrst dich dagegen eine “Transe“ zu sein und noch viel unvorstellbarer ist es für dich, dass andere dich so sehen.
Ich denke der Begriff hat für dich etwas negatives, herabsetzendes. Deshalb verwende ich ihn bewusst.
Seien wir realistisch: auch wenn du das nicht willst (was du mit wohl 90% der Transen gemeinsam hast), du bist eine Transe! Und je eher du dich dieser Realität stellst, desto eher wirst du Wege aus deinem Dilemma finden. Du wirst weder eines morgens aufwachen und ein stinknormaler zufriedener Mann sein, noch wird eine Fee dich in einen perfekten Frauenkörper hinein zaubern.

Re: Maries Dilemma

Reply #4
Hallo,

in vielem was Du schreibst erkenne ich mich selbst. Ich hatte auch eine lange Zimmertransenphase...mittlerweile lebe ich 24/7 als Frau. Bin jetzt auch schon 39 und begann mit den ersten Schritten, es besser zu machen mit dem ziel rauszugehen auch erst mit 37.



Jetzt wäre der nächste logische Schritt natürlich, sich zu öffnen, mit allen Fakten auf den Tisch und schauen was passiert.
Es wäre z.T. genial. Ich könnte als Frau zur Arbeit gehen, als Frau Autofahren, in urlaub fahren und Freunde treffen.

Doch - ich weiß nicht ob ich das will. Ich stoße ein Tor auf, was nie wieder zugehen kann. Ich weiß nicht, wie ich mich selber sehen will. Selbst wenn ich mich morgen öffne und in einem Jahr mit dem ganzen Thema abschließe - ich werde immer in die Schublade Transe gesteckt werden.


Tja...


;) :D

Zum Begriff Transe...ich verwende ihn mittlerweile auch für mich, oder bei meinen englisprachigen Kolleg_innen verwende ich Tranny. Sehe es da ähnlich wie Jula, das ist halt auch mein Geschlecht, eine cis-stino-frau bin ich halt nicht. Trotz ICD10 F64.0G auf allen meinen Krankenakten und Überweisungen.
Das hat ja uch was gutes, man ist was besonderes und niemend hat eigentlich das Recht, über einen zu Urteilen, der einen nicht kennt.

Neulich war eine wissenschaftliche Konferenz, die unser Institut ausgerichtet hat. Da wir alle helfen mussten war ich an einem Tag als Kaffeebar-Mädchen eingeteilt. Und als dann der Hörsaal aufging zur Pause und die ganze Schlips und Anzugbrigade auf einen zukam dachte ich nur: Lieber Gott ich danke Dir, eine Transe sein zu dürfen.

LG

Natalie

Re: Maries Dilemma

Reply #5
Hallo MarieElaine,

zunächst: Ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr wohl nachvollziehen, da es mir über viele Jahre durchaus ähnlich ergangen ist - allerdings ohne die dir schon zu eigene, tiefere Einsicht, weil es damals das Internet noch nicht gab.


Leider bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich nicht weiterkomme. ...

Doch - ich weiß nicht ob ich das will. Ich stoße ein Tor auf, was nie wieder zugehen kann.


Korrekt.

Trotzdem - es ist letztlich so wie beim Schwimmenlernen: Du kannst noch so viel "Trockenschwimmen" üben, aber irgendwann ist es einfach angesagt auch mal ins Wasser zu steigen. Das macht man übrigens auch nicht so, dass man nach einigen theoretischen Übungen direkt von einer Klippe in eine Meeresbrandung springt. Sondern man fängt an, in einem Wasser, in dem man noch mit dem Kopf über der Wasseroberfläche stehen kann, die ersten Schwimmzüge zu tun und schaut, ob's einem gefällt.

Übertragen: Probiere dich in einem Umfeld aus, in dem dich keiner kennt: Fahr in eine Nachbarstadt, geh dort in ein anonymes Kettenhotel für ein oder zwei Nächte, mach dich in aller Ruhe für einen Spaziergang fertig - und geh raus. Und fühle in dich hinein. Du wirst dabei unsicher sein; das ist normal. Aber das warst du beim Schwimmen die ersten Male auch, als du dich getraut hat, beide Füße vom Beckenboden zu nehmen.

Quote
Nicht dass ich das selber negativ sehe  - aber ich mag erstens nicht in einer Schublade stecken, in die ich nicht gehöre und auch nicht die Nachteile “erleiden” müssen die so eine Schublade in der Gesellschaft erfährt.


Sorry, aber wir sind hier nicht bei "Wünsch dir Was", sondern bei "So isses!". Wenn du zum Schwimmen ins Wasser gehst, musst du auch damit rechnen, dass deine Frisur Schaden leidet.

Quote
Aber zurück zu heute.
Oft habe ich mich so gesehen, dass ich ernsthaft überlegte, komplett Frau zu werden. Mit OP und allem. ....


Das ist nicht heute, sondern übermorgen. Wenn du das erste Mal beide Füße vom Beckenboden abhebst, um die ersten Schwimmzüge zu machen, macht es wenig Sinn, sich die genaue Technik zur schwimmenden Überquerung des Rheins oder des Ärmelkanals zu überlegen. Versteiger dich bitte nicht ins ferngerichtete Theoretisieren.

Quote
Aber dann wieder .. kommt der Moment wo ich nichts ändern will zu jetzt und froh wäre, wenn ich nicht mehr das Bedürfnis hätte, in eine andere Rolle zu schlüpfen.  Dann würd ich am liebsten alle Klamotten verkaufen so dass ich gar nicht mehr in die “Versuchung” komme, den Abend als Frau einplanen zu wollen.


Nach meiner Lebenserfahrung und wohl auch der vieler Anderer hier: Vergiss es.

Quote
Wenn ich in mich hineinhorche, was ich sein will .. oder mich von aussen betrachte, wie ich da bin in der Welt.. meine Person - dann sehe ich immer nur mich. Keine Frau, keine Veränderung, kein anderes Bewusstsein. Nur einfach mich.


Das halte ich erst mal für gesund, denn dein Selbst wird sich auch mit einer Transition nicht (oder bestenfalls in Nuancen) ändern. Aber sei durchaus bereit, konstant in dich reinzuhorchen, ob sich ggf. in bestimmten Aspekten was tun - und sei dann auch bereit, entsprechende Gedanken anzunehmen und zu reflektieren.

Quote
Aber noch mal zurück zu hier. Was kann ich hier tun? Wie kann ich überhaupt mal zu einer Entscheidung kommen, die mir fragen beantwortet wie - was ist mir wichtiger, das Weiblich-Sein aufgeben oder meine Beziehung zu riskieren?


Siehe oben: Theoretisieren bringt gar nix. Das ist wie in der Naturwissenschaft: Theorien kann man viele ersinnen. Aber die müssen sich letztlich immer am Experiment verifizieren lassen. Also wirst du auf kurz oder lang experimentieren müssen.

Quote
Daher frag ich mich eben - kann ich, soll ich aufhören, ist mir das so wichtig überhaupt?


Meine Vorhersage: Du wirst nicht damit aufhören können. Du kannst es für eine gewisse Zeit verdrängen und wirst dann irgendwann die Quittung dafür bekommen. Auf deine Freundin bezogen: Mit jedem Jahr, das du deine Empfindungen aus der Beziehung heraushältst, wird die Lebenslüge ihr gegenüber größer. Und entsprechend wächst bei ihr später die Enttäuschung, dass du einen so wichtigen Teil deiner Persönlichkeit verschwiegen hast.

Quote
Es ist einfach ein Zustand den es *so* einfach nicht gibt mehr. Wenn ich hier sitze und ich sehe hinab an meinem schönen weiblichen Körper, sehe die schönen Rundungen, rieche den Duft .. weiß ich hab zart-feminine Unterwäsche.. das ist einzigartig!
(Ich frag mich allerdings, ob Frauen auch so von sich denken. Aber Frauen sind ja gern eitel, und mögen es, sich schön zu finden, denke ich mir)


Solltest du irgendwann mal durchgehend als Frau leben, wirst du einen gewissen (kleinen?) Teil dieser Empfindungen höchstwahrscheinlich mitnehmen. Aber im Alltag, z.B. beim Aufbrezeln vor der Arbeit, zählt dann auch die Effektivität zu einem hohen Anteil: Du willst dann irgendwann nicht mehr eine Stunde vor'm Spiegel stehen, bevor du dich unter die Menschen traust. Oder du musst dir einen Job suchen, bei dem du mit 4 h Arbeit so viel verdienst wie andere mit der doppelten Zeit! :-)

So, ich hab jetzt nicht alle Aspekte deines Eingangspostings diskutiert. Das wäre wohl auch etwas viel. Aber es mag vielleicht als Denkanstoß bzw. als Anstoß für weitere Diskussionen reichen.

Kurz zu mir: Ich habe vor ca. einem Jahr mit 55 Jahren meinen großen Schritt in Öffentlichkeit incl. Familien- und Arbeitsleben gemacht (auch: Vorlesungen vor ca. 100 Studis in einer FH) und bin bislang recht zufrieden mit dem weitestgehenden Ausbleiben von Kollateralschäden. Was nicht heißt, dass da nicht noch was kommen kann. Aber bislang warte ich - netterweise - vergeblich. Das mit der oben angesprochenen, alltagsbedingten Reduktion der ultimativen Weiblichkeit entspringt jedenfalls einer gelebten Erfahrung.   :-*

Tschüssi und gute Einsichten,

Petra

Re: Maries Dilemma

Reply #6

Neulich war eine wissenschaftliche Konferenz, die unser Institut ausgerichtet hat. Da wir alle helfen mussten war ich an einem Tag als Kaffeebar-Mädchen eingeteilt. Und als dann der Hörsaal aufging zur Pause und die ganze Schlips und Anzugbrigade auf einen zukam dachte ich nur: Lieber Gott ich danke Dir, eine Transe sein zu dürfen.


Oh ja! Vollstes Verstädnis, aus eigener Erfahrung: Ich arbeite als Freelancerin in einer größeren Firma im Bereich der Grundlagenentwicklung. Wenn wir mittags ins "Betriebsrestaurant" gehen, findet man dort auch immer recht große Anteile von "gut gekleideten Herren". Und jedes Mal denke ich dabei das Gleiche!  :o ;D :-*

Wobei ich allerdings noch anfügen möchte, dass ich einem rollenkonformen, dezenten weiblichen Aufbrezeln (Kleid/Rock, Absätze, Make-Up, Parfum, Schmuck, ...) irgendwie gar nicht abgeneigt bin ...  ;)  *rotwerd*

Ich möchte dazu noch anfügen, weil entweder hier oder in einem anderen Forum letztlich mal ein Thread zum Thema "berufliches Tätigkeitsfeld nach einer Transition" aufgekommen war: Ich bin sehr wohl froh und scharf darauf, weiterhin eine anspruchsvolle und fordernde Tätigkeit auszuüben und nicht als kaffeekochendes Vorzimmerdämchen einem Gockel und seinen Wünschen dienen zu müssen.

Tschüssi,

Petra

Re: Maries Dilemma

Reply #7
Hi MarieElaine,
mir ging es eine Zeit ähnlich wie dir, nur Stubentranse wenn meine Freundin nicht da war etc.....
Irgendwann stand ich auch an dem Punkt mit der Frage, wie es weitergehen soll. Ich war mir nicht zu 100% sicher ob TS oder nicht, ob ich den Weg gehen soll, wie meine Umwelt reagieren wird und der ganze $foo.
Ich hatte mich richtig dazu entschlossen diesen Weg zu gehen und zu schauen was passiert. Allerdings experimentiere ich auch gerne und liebe die Änderung.... Dieser Entschluss hatte mir sehr viel Kraft gegeben, da ich die Initiative ergriffen hatte und mich nicht mehr von meinem Gedankenkarussell treiben ließ. Von da an wurden die Gedanken zwar nicht weniger, aber gerichteter auf die Transition. Was mir auch sehr geholfen hatte, war ein Urlaub der für mich die Generalprobe war. Ich war da richtig ins kalte Wasser gesprungen, ich war zu Hause bei meinen Eltern, mit allen Freunden, mit vielen neuen Leuten und noch mehr Öffentlichkeit. Diese Zeit war für mich DIE Bestätigung, daß ich auf dem richtigen Weg bin.
Ich wünsche dir viel Mut und daß Du die für dich richtigen Entscheidungen triffst, ganz gleich, wie sie aussehen.
Alles Liebe,
Sarah :-)

Re: Maries Dilemma

Reply #8
Hallo Marie

Ja, langer Rede kurzer Sinn.
Einfach testen, am besten in einer Umgebung wo dich niemand kennt.
Augen zu und durch, sonst kannst du nie wissen was für dich richtig ist.
Klar, es ist eine riesen Überwindung, aber ich bin wirklich so froh dass ich das gepackt habe, ich lebe nun so wie es für mich richtig ist.

Mit liebem Gruß   Tilly

Re: Maries Dilemma

Reply #9
Hey ihr alle!

danke für die ganzen guten Antworten.
Tja wo fnag ich an.

Ich glaube, mein Hauptproblem ist, dass ich nicht(noch?) nicht weiß was wirklich bei mir los ist, dass ich nicht weiß was ich will, und was ich bereit bin, umzusetzen.

Vielleicht erstmal zum eingestehen. Klar ist, der Begriff Transe wird in unserer Gesellschaft wiorklich oft schlcht gewertet. Man hält uns für was komisches, für was abnormales. Homosexualität ist weit mehr akzeptiert.
Dennoch würde ich damit kein Problem haben. Ich wr immer Außenseiter, fühl mich in Gesellscahft von Menschen nur bedingt wohl (nur mit den richtigen Menschen) etc. Will sagen, ich könnte dazu stehen.
Es wäre aber vielleicht für mich nicht akzeptabel, denn ich würde, auf Dauer eben 'echt' Frau sein wollen und nicht 'ausgestopft'
heißt für mich: eine OP würde ich grundsätzlich in Erwägung ziehen, auch wenn das natürlich 10 Schritte vorrausgedacht ist.

Was mich mal interessiert:
Welche Gründe gibt es so, sich als Frau zu verkleiden - ? Fetisch, sexuelle Erregung, gefangen im falschen Körper, ... und wo passe ich da rein ?
Ich lese Artikel über Artikel aber finde mich nicht wieder. Weder geht es um sex bei mir, noch darum dass ich jetzt so totunglücklich wäre im männlichen Körper. Vielleicht - kann man sagen - ich finde mich --schöner-- als Frau?
Geht es anderen auch so ? sich einfach schöner finden, keinen weiteren Grund ?

liebe
grüße
marie



Re: Maries Dilemma

Reply #10
hm, nochwas ist mir beim Schreiben aufgefallen.
ich hab bei alledem was ich so tue zwar kein schlechtes Gewissen so wirklich (weil ich ja nur das tue, was mir gefällt und niemandem schade)
aber insgesamt doch das Gefühl habe, etwas unrechtes zu tun. Etwas, wo alle Leute, die mir nahestehen, maßlos enttäuscht wären, wenn sie Details wüssten.
Ich denke es würde sogar leichter fallen mich als schwul zu outen so ich denn schwul wär.
Gründe sind mir noch relativ schleierhaft. Vielleicht gesellschaftliche Normen. Vielleicht weil es blöd ist, zuzugeben dass man nicht starker Mann sondern lieber 'schwache Frau' ist ?

Dieses negative Gefühl was mit mir einhergeht ist auch ungefähr so: solange ich im Gleichgewicht bin, ist alles top, ich lebe mein Leben mit mir und Marie und fühl mich gut. Denke in solchen guten Phasen auch schon mal ehr drüber nach, mal rauszugehen, oder mehr Leuten von zu erzählen.
Dann kommen aber wieder - ja - schlechtere Phasen und ich bin mehr in mich gekehrt. z.b. wenn ich eine depressive Phase habe, was ab und an mal vorkommt. Oder wenn ich denke, etwas könnte meine Beziehuhg gefährden.
Dann denke ich immer: wie kannst du diesen Scheiß nur immer machen, es gibt doch viel wesentlicheres im Leben. Finde das Frau-sein dann fast schon eklig und mich selbsts in dieser Rolle auch. In diesen Phasen bleiben auch alle Kleider und Parfums in der Kiste und ich bin der 'normalste' Mensch. (normal im Sinne von, ihr wisst schon)

Denke, dieses negative Gefühl meiner Sache gegenüber (also Marie) hindert mich auch dran, mehr an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich habe dann Angst - irgendwie alles zu verlieren. Freundin, Freunde, Beruf. Klar bin ich dann vielleicht authentisch ich, aber solange ich nicht weiß ob ich wirklich als Mann-Frau authentisch bin, wie soll ich mich jemals für eine Sache entscheiden können ?
Und selbst wenn ich mich entscheide, es bvleibt die Angst, alles zu verlieren was mich sozial mit der Welt verbindet.
Die Angst mag ja irrational sein, aber ist nun mal vorhanden. Solange Angst, solange kann man auch nicht authentisch leben und auftreten.

Wie ist das eigtl mit Therapeuten? Hat wer Erfahrung gemacht? Nicht um meine Neigung wegzutherapieren, sondern um in Gesprächen mehr über sich zu erfahren, um horchen zu können, was man wiklich ist und will ?

lG
Marie

Re: Maries Dilemma

Reply #11
Solange du und Marie nicht eine Person sind,... ist es eh sinnlos sich solch vielzahl von fragen zu stellen.

Solange du so sprunghaft abwägst geht es dir einfach noch nicht schlecht genug (oder wird es dir vlt. auch niemals gehen).

Entweder fühlst du Weib oder eben nicht. Was du momentan schreibst ist vollkommen ungeordnet und solange du keine klaren Gründe für dich in irgendeiner form formulieren kannst,... wird dir auch keiner vernünftig deine Fragen beantworten (können),...

Gehe in dich,.. fühle,... sei mal ehrlich zu dir (schonungslos),... und dann formuliere nochmals.

Auch ein gespräch mit einem Psychologen kann sinnvoll zur selbstfindung sein.

LG _@_y <3


Re: Maries Dilemma

Reply #12
ich tue es mir jetzt trotzdem kurz exemplarisch an,...:


hm, nochwas ist mir beim Schreiben aufgefallen.
ich hab bei alledem was ich so tue zwar kein schlechtes Gewissen so wirklich (weil ich ja nur das tue, was mir gefällt und niemandem schade)
aber insgesamt doch das Gefühl habe, etwas unrechtes zu tun. Etwas, wo alle Leute, die mir nahestehen, maßlos enttäuscht wären, wenn sie Details wüssten.
Ich denke es würde sogar leichter fallen mich als schwul zu outen so ich denn schwul wär.


Naja,... aber wenn du weiter denkst und die dann wüssten, was du alles als Gay machst (details) wäre das auch alles wieder relativ ;)

...ausserdem isses scheissegal was andere von dir als "Norm" erwarten.



Gründe sind mir noch relativ schleierhaft. Vielleicht gesellschaftliche Normen. Vielleicht weil es blöd ist, zuzugeben dass man nicht starker Mann sondern lieber 'schwache Frau' ist ?

Dieses negative Gefühl was mit mir einhergeht ist auch ungefähr so: solange ich im Gleichgewicht bin, ist alles top, ich lebe mein Leben mit mir und Marie und fühl mich gut. Denke in solchen guten Phasen auch schon mal ehr drüber nach, mal rauszugehen, oder mehr Leuten von zu erzählen.
Dann kommen aber wieder - ja - schlechtere Phasen und ich bin mehr in mich gekehrt. z.b. wenn ich eine depressive Phase habe, was ab und an mal vorkommt. Oder wenn ich denke, etwas könnte meine Beziehuhg gefährden.
Dann denke ich immer: wie kannst du diesen Scheiß nur immer machen, es gibt doch viel wesentlicheres im Leben. Finde das Frau-sein dann fast schon eklig und mich selbsts in dieser Rolle auch. In diesen Phasen bleiben auch alle Kleider und Parfums in der Kiste und ich bin der 'normalste' Mensch. (normal im Sinne von, ihr wisst schon)


naja,.. alles wirst du nie haben können,.. is halt so RL


Denke, dieses negative Gefühl meiner Sache gegenüber (also Marie) hindert mich auch dran, mehr an die Öffentlichkeit zu gehen. Ich habe dann Angst - irgendwie alles zu verlieren. Freundin, Freunde, Beruf. Klar bin ich dann vielleicht authentisch ich, aber solange ich nicht weiß ob ich wirklich als Mann-Frau authentisch bin, wie soll ich mich jemals für eine Sache entscheiden können ?


typisch männlicher, kopflastiger bullshit,... dein Verstand wird dir nie eine antwort geben können,.. wenn dann dein bauchgefühl,...


Und selbst wenn ich mich entscheide, es bvleibt die Angst, alles zu verlieren was mich sozial mit der Welt verbindet.
Die Angst mag ja irrational sein, aber ist nun mal vorhanden. Solange Angst, solange kann man auch nicht authentisch leben und auftreten.

Wie ist das eigtl mit Therapeuten? Hat wer Erfahrung gemacht? Nicht um meine Neigung wegzutherapieren, sondern um in Gesprächen mehr über sich zu erfahren, um horchen zu können, was man wiklich ist und will ?

lG
Marie

....Angst,... man kann vor allem Angst haben oder entwickeln,.. finde dein gesundes Maß.

LG _@_y

Re: Maries Dilemma

Reply #13
Hey Marie,
die OP-Thematik stelle mal gaaaaaanz nach hinten, zur Zeit wind andere Dinge wichtig.
Wie Bastienne schon sagt, bei dir ist schon eine ganze Menge Brainfuck unterwegs, zu viel Denken.
Vielleicht hilft dir ja eine gewisse Struktur:
1. was will dein HERZ (Hirn hat da nichts zu sagen), schreib es auf.
...
2. Wenn sich dein Herz einigermaßen klar ist, was es will, ergibt sich der Rest fast schon von alleine.

Ich hätte noch lange so mit meinem alten Leben weitermachen können, nur wäre ich dann entweder ein "grumpy ol' bastard" geworden oder irgendwelche Sicherungen wären rausgeflogen. Das wäre für mich eigentlich die rationalere Entscheidung gewesen. Familie mit zwei Kids, Partnerschaft, sozial integriert und die finanzielle Sicherheit sind schon kräftige Argumente. Mein Herz sagte mir aber was anderes. Mit meiner Ex geht es einigermaßen, ich sehe meine Kids regelmäßig, hab eine feine Wohnung und bin sozial so megamäßig besser integriert. Und ich grinse im Kreis, weil es meinem Herzen besser geht.

Letztendlich ist das LEben um einen herum 'nur' Peripherie (klingt hart, finde ich aber so) und das lässt sich irgendwie regeln und sortieren, solange das mit dem Herzen stimmt.
Ich hatte übrigens vor dem Schritt, meinen Weg zu gehen und auszuziehen so megamäßige Angst, aber es lohnt sich für mich.
Wenn Du magst, PM gerne.
:-) Sarah

Re: Maries Dilemma

Reply #14
@bastienne

so leicht es eben doch nicht immer - man fühlt sich nicht immer als weib oder eben nicht. Offensichtlich nicht, denn sonst würde ich ja hier nicht schreiben ;')
Die Katze beißt sich etwas in den Schwanz finde ich bzw wird der eigentliche Konflikt den ich habe, nicht richtig erkannt.
Es ist eben nicht _so_ einfach mit abgetan zusagen, man muss die Ängste im richtigen Maß halten oder die Personen müssen eins werden.
DASS das so ist mir ist sicherlich bewusst - ich hab diese Aussagen ja schon teils selbst gemacht.

Es bleiben aber Fragen offem die ich mir auch in den letzten 10 Jahren nicht beantworten konnte. z.b. - will ich da wirklich durchziehen, so komplett? Oder reicht es eben dafür nicht.
Ich muss ganz klar irgendwie in diesem Punkt eins mit imr werden, um mir diese Fragen beantworten zu können.
Wahrscheinlich nur kann mir hier keienr dabei helfem und das ist auch verständlich. Aber wo gibt es Hilfe?
Naja ok sagen wir es so - ich hab gehofft, Menschen zu finden die ähnlich ticken, um eben einen Austausch anzuregen. Menchen die im gleichen Stadium sind. Wenn man es geschafft hat, hat man ja schon ne ganz andere sicht auf die Dinge als in einem früheren Moment, in einem Stadium des Wandels und der Unsicherheit. Denke, hier könnte ein Gedanken- und Gefühlsaustausch schon viel helfen.
Interessant fand ich auch "typisch männlicher, kopflastiger bullshit" - was heißt denn das jetzt ;) Dass ich doch ehr wie ein Mann ticke? Ich kann ja meine Denke nicht ändern, meine Denke ist ich; Ich bin meine Denke!
@Sarah
Aufschreiben ist bestimmt ne gute Sache. Hab ich nat. auch schon probiert, aber nicht so gerennt nach Herz und Verstand. Mal sehn.
Bei mir hab ich eigl nicht das Gefühl, das Sicherungen rausfliegen würden. Wie gesagt, ich hab nicht das unebdingte Gefühl, im falschen Körper zu stecken. Ich gräme micht nicht, ich steh nicht nackt vor dem Spiegel und hasse mich dabei und ich mag in vielen Bereichen auch meine männliche Rolle. Andersrum hasse ich aber auch vieles sehr typisch-männliche und vergöttere vieles weibliche. So sehr, dass ich es sogar in meine männliche Rolle miteinbeziehe und es mir sehr egal mittlerweile ist, ob in meiner Wohnung und im Büro einige Hello Kitties stehen und kleben (und das obwohl ich Metal-Typ(in) bin und nur in schwarz rumlaufe *g*)
Ja klar du hast sehr recht - das Aussenrum, die ganze Shit Gesellschaft ist nur Peripherie, und zunächst zählt für einen nur die eigene Person. Niemand hat das Recht, von der eigenen Person etwas zu verlangen was sie nicht ist, auch wenn eine Welt zusammenbricht für Mutter oder Vater oder von mir aus auch Partner.

lG

Marie