Skip to main content
Topic: Webciety (Read 1882 times) previous topic - next topic

Webciety

Auf der CeBIT wurde ein Wort geprägt Webciety.

http://www.heise.de/newsticker/Durchs-wilde-Webistan--/meldung/133910
Quote
Webciety ist ein Kunstwort, für das sich die Messe zunächst einigen Spott anhören musste. Der Begriff soll das Zusammenwachsen der bisher weitgehend getrennten Sphären der Mainstream-Gesellschaft und des Internets beschreiben. Das Netz – insbesondere das programmatisch getaufte Social Web – erfüllt zunehmend wichtige soziale Funktionen und ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.



Mir ist eingefallen, dass ich schon mal zu diesem Thema was geschrieben habe.


Zu Zeiten von Boris Beckers AOL Werbung "Bin ich schon drin?" von 1997 hat sich das Internet langsam der allgemeinen Bevölkerung erschlossen.

Damit gab es für jedermann die Möglichkeiten der anonymen Kontakt Aufnahme und eine Plattform um innerste Wünsche und Sehnsüchte auszudrücken. Viele TVs, TS, DWTs,... nutzten dies auch. Früher kannte man diese Art Menschen nur von Kabaretts, "rot/rosa/goldenen Blättern", evtl. noch Fernsehberichten. Und immer hatte es einen verruchten Beigeschmack. Fast niemand hätte sich getraut zu äußern, dass er auch in dieser Richtung empfindet. Mit dem Internet war ein anonymes Outing nun plötzlich möglich und man merkte, es gab ja sehr viele, die so oder ähnlich empfanden.

Transen gab es schon immer und in jeden Kulturkreis. Man kann also nicht sagen, es ist eine Mode Erscheinung. Es ist eher anzunehmen, dass durch das Internet die Einstiegshürde runtergesetzt wurde.

Sehr schnell kristallisierte sich auch heraus, dass es verschiedene Strömungen gab. Das ist zwar bekannt, da es den ICD gibt oder die Harry Benjamin Skala, trotzdem oder auch dadurch entstanden Grabenkämpfe und Abgrenzungen.

Es bildeten sich jedoch verstärkt auch Gruppen um sich auszutauschen, zu unterstützen, zu feiern, einfach um ihr Trans-sein zu leben. Einige fassten den Mut sich in echt zu treffen, auszugehen und es wurden immer mehr. Uns gibt es und wir sind uns uns selbst bewusst.

Ich sage mal, das ist die Generation: InternetTranse.
...
...
...


Dummerweise habe ich mir die anschliesende Diskussion durchgelesen und hab mir gedacht, dass es eigentlich überflüssig ist ein Thema auszuformulieren, dass wir Transen notgedrungen unser Transsein schon länger zu nem gutteil übers Netz ausleben.

Re: Webciety

Reply #1

Dummerweise habe ich mir die anschliesende Diskussion durchgelesen und hab mir gedacht, dass es eigentlich überflüssig ist ein Thema auszuformulieren, dass wir Transen notgedrungen unser Transsein schon länger zu nem gutteil übers Netz ausleben.

Worauf möchtest du mit dem Thema denn nun hinaus? Bislang fällt es mir schwer mehr dazu (wie auch zu deinem Internettransen-Thread) zu sagen als "das Internet vernetzt die Menschen - so ebend auch Transen"

Re: Webciety

Reply #2
Worauf möchtest du mit dem Thema denn nun hinaus?


-> Begriffe/ Wörter/ Ausdrücke besetzen...

Und hiermit werden fürderhin als urheberrechtlich belegt gelten müssen: Die Webbies (auch Webies, Webbees), das Webaurant (auch Webbiß, Webbis), das Weborama, das Webaster und der Weboster sowie der Webwebster und alle Verbindungen des Web mit sich selbst als Webanie sowie mit Tieren als Webonie oder umgekehrt, die Webbahn, das Webomobil und das Wiff und das Webzeug sowie der Webzeugwart und der Webwart (auch virtüller Schäuble)...

M:E.

Re: Webciety

Reply #3

Bislang fällt es mir schwer mehr dazu (...) zu sagen als "das Internet vernetzt die Menschen - so ebend auch Transen"


ja sicherlich vernetzt das INet Menschen. Aber ich finde bei Transen hat dies eine besondere Qualität.

z.B.:

http://www.transgender-forum.com/inneres_interna/pseudochat-t986.0.html;msg24265#msg24265
Quote
Nun isses in T Bereich einfach so, das wir das zum einen eher temorär in der Realität ausleben. Zum anderen sind wir sowenige, dass sich die Gemeinschaft zwansgläufig über größere Entfernungen zusammensetzt.

Deshalb wird das Forum als Ersatz benutzt um seine sozialen Kontakte als Transe auszuleben.

Re: Webciety

Reply #4

ja sicherlich vernetzt das INet Menschen. Aber ich finde bei Transen hat dies eine besondere Qualität.

z.B.:

http://www.transgender-forum.com/inneres_interna/pseudochat-t986.0.html;msg24265#msg24265
Quote
Nun isses in T Bereich einfach so, das wir das zum einen eher temorär in der Realität ausleben. Zum anderen sind wir sowenige, dass sich die Gemeinschaft zwansgläufig über größere Entfernungen zusammensetzt.

Deshalb wird das Forum als Ersatz benutzt um seine sozialen Kontakte als Transe auszuleben.



Das ist aber meiner Meinung nach nicht Trans-Spezifisch. Tauche Transe gegen Frisbee-Spieler, oder gegen Hifi-Bastler, das sind Beispiele aus meinem Freundeskreis von ebenfalls virtuell sehr organisierten Grüppchen. Was wohl einfach daran liegt daß es von denen auch nicht sooo viele gibt daß man mit jeder Person X an der Bushaltestelle sein Bedarf an Gesprächen über Freestyle-Frisbee und die perfekten Wurfscheibe decken könnte...

Re: Webciety

Reply #5

Das ist aber meiner Meinung nach nicht Trans-Spezifisch. Tauche Transe gegen Frisbee-Spieler, oder gegen Hifi-Bastler, ....


Natürlich gibt es auch andere Gruppen, die sehr web-affin sind. Aber ich finde, das hat eine andere Qualität. für die anderen Gruppen ist es einfach praktisch, aber wenn es das Web nicht gäbe, dann würden sie auch so Frisbeespielen oder sich zum Basteln treffen.
Für uns Trannies ist das anders. Jedenfalls für die Angstmöhren unter uns.

Ich weiß nicht, ob ich es ohne das Web geschafft hätte, den Weg nach draußen zu finden. Eher nicht.
Das Internet hat mir gezeigt, dass ich 1. nicht allein bin, 2. garnicht so selten, wie ich dachte und dass es mir 3. möglich ist, meine selbstgewählte und lange aufrechterhaltene Isolation zu überwinden.
Ohne das Web hätte ich niemals den Kontakt zu anderen Trannies gefunden.

Und das ist imo das Besondere: während Bastler oder Sportler oder Sonstwer auch ohne das Web seine Selbstverwirklichung erreichen kann und das Web nur eine bequeme zusätzliche Kommunikationsmöglichkeit ist, ist es für viele von uns die Startbedingung, die Selbstverwirklichung erst möglich machte.

Okay, den Mutigen, die aus sich selbst heraus wissen, was sie wollen und es sich nehmen (Madel, du bist für mich zB. so eine Heroine, ebenso wie wohl Bernadettchen (ups, schon wieder, jetzt muss ich langsam Angst kriegen)) ist das wurscht. Die sind nicht auf das Web angewiesen. Aber wir anderen, die Vorbilder brauchten, Mutmacherinnen und einen zunächst risikolosen, anonymen Weg aus der Isolation, wir haben dem Web einiges zu verdanken. Sehr viel mehr als jeder Hobbygruppler!

Von den 3 großen Erfindungen, die für uns das Leben als Trannies leichter/erträglich machen (Katalogversand, Digitalfotografie und Internet) ist letzteres für mich eindeutig die Nummer 1.

Re: Webciety

Reply #6

Ich weiß nicht, ob ich es ohne das Web geschafft hätte, den Weg nach draußen zu finden. Eher nicht.
Das Internet hat mir gezeigt, dass ich 1. nicht allein bin, 2. garnicht so selten, wie ich dachte und dass es mir 3. möglich ist, meine selbstgewählte und lange aufrechterhaltene Isolation zu überwinden.
Ohne das Web hätte ich niemals den Kontakt zu anderen Trannies gefunden.

Für mich: Ja und Nein. Es stimmt daß man irgendwann feststellt daß man nicht alleine ist, und das schon mal ganz gut ist. Aber so richtig erfüllend ist das nicht, ich hab für mich meinen Frieden mit mir erst gefunden als ich in meinem Umfeld die Karten größtenteils auf den Tisch gelegt hab, auch Auting oder so genannt. Internet hin oder her...


Von den 3 großen Erfindungen, die für uns das Leben als Trannies leichter/erträglich machen (Katalogversand, Digitalfotografie und Internet) ist letzteres für mich eindeutig die Nummer 1.


Internt ist für mich auch die Nr. 1 was Annehmlichkeiten angeht. Ich weiß nicht wie es Menschen früher geschafft haben beschäftigt zu tun während sie irgendwas anderes am Rechner gemacht haben.

Re: Webciety

Reply #7
Nachschlag:
mit ist noch eine weitere Besonderheit eingefallen, die die Webnutzung von Trannies prägt.

Wir nutzen das Web als Realitätsersatz!
Hier haben wir in weiblicher Rolle soziale Kontakte und kriegen die Zuwendung und Akzeptanz, die wir uns wünschen.
Hier können wir die Person sein, die wir im Leben nicht sind.

Gut, das machen andere auch und sind im Web besser und schöner als im richtigen Leben. Aber ich habe schon ein wenig das Gefühl, dass die soziale Rolle, die das Web für einige von uns hat, deutlich wichtiger ist, als das zB. allgemein üblich ist.