Skip to main content
Topic: Liebes Tagebuch … (Read 19178 times) previous topic - next topic

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #15
Ach das,ja das ....hab ich wohl geknackt....Tschuldigung......aber die Neugier war immer schon das Größte an mir......habe ich durch sie doch vieles Verstecktes gefunden.... :-*



Re: Liebes Tagebuch (29.11) …

Reply #18
Liebes Tagebuch (29.11.11),

gestern Abend war ich mit meiner Freundin bei Laderma, um mich über die Bartentfernung beraten zu lassen. Der Spaß soll knapp über 1.000 Euro kosten, wenn ich die Flatrate nutze und vermutlich 20 Sitzungen brauchen mit etwa 8 Wochen Pause zwischen denselben.

Und weh tut’s auch. Und doof sieht’s auch nach jeder Sitzung aus. Bis zu einer Woche danach kann man aussehen, wie eine Rotampel auf Koks.

Ich hab’s jetzt erst mal bei der Beratung gelassen und kaufe mir noch bessere Klingen.

Irgendwann fragte mich die Beraterin, warum ich das überhaupt machen wolle. Ich antwortete charmant lächelnd, dass mich der Bartschatten unterm Make-up nervt.

"Ah ja", sagte sie.

Sag mal, liebes Tagebuch, habe ich Dir eigentlich erzählt, dass mein Sohn bei mir Zuhause ist? Ist er nämlich. Der schläft jetzt noch so bis 13 Uhr. Streng genommen, schläft er immer. Wenn er nicht schläft, hat er einen Rechner auf dem Schoß. Armer Kerl. Alle Freunde in Hamburg sind weg und er lebt ja bei seiner Mutter (möge sie die Krätze an unzugänglichen Stellen kriegen) auf’m Dorf.

Ein bisschen schäme ich mich dafür, dass ich mich darauf freue, wenn er wieder weg ist. Die Frau in mir hat Bedürfnisse, die gerade sehr kurz kommen. Ich bin egoistisch. Ich sollte froh sein, dass er da ist. Bin ich ja auch. Aber die Wohnung ist klein und man tritt sich auf die Füße, zumal ich ja auch hier arbeite.

Ach, liebes Tagebuch, man hat’s eben nicht einfach.

Seit es bei mir KLICK! gemacht hat, liebes Tagebuch, und ich die absolut wackelige Selbstdiagnose "Transsexualismus" für mich diagnostiziert habe, habe ich mich nicht mehr gegen mich selbst versündigt. Und das, obwohl ich ein großer Verfechter des Woody Allen Zitats bin, dass Masturbation Sex ist mit einem Menschen, den ich sehr liebe.

Die Libido ist im Keller. Die Nagelpflege jedoch nicht. Seit über einer Woche trage ich nun Klarlack und keinem Menschen fällt es auf – zumindest sagt keiner was. Die Dinger wachsen wie verrückt und meine Feile hat gut zu tun. Kriegen ein schöne runde Form, nach vorne hin spitz zulaufend. Ich übe noch. Der Umgang mit der Nagelfeile hat für mich was Zen-Buddhistisches. Ich muss aufpassen, dass es kein Fetisch wird. Habe schon genug davon. Aber ich glaube tatsächlich, dass es schon zu spät ist. Eine Nagelfeile habe ich immer dabei. Eine Taschenlampe allerdings auch, aber zu der habe ich keinerlei emotionale Bindung.

Meine Freundin ist völlig verwirrt, weil ich kein Modebewußtsein habe. In ihrer kleinen Welt muss nämlich jemand, der zu einem guten Teil Frau ist: a) Schuhe lieben, b) ständig Shoppen gehen und c) männliche Wäsche ablehnen. Ausserdem flucht so jemand nicht und entwickelt eine Neigung dazu, die Wohnung zu putzen. Letzteres halte ich jedoch für einen rhetorischen Trick, auf den ich selbstverständlich nicht reinfallen werde.

Hm.

Bei mir, liebes Tagebuch, ist es natürlich ganz anders.

Ich konzentriere mich derweil nur auf meinen Körper. Ich will abnehmen. Richtig abnehmen. Als Mann habe ich Übergewicht, als Frau gestatte ich mir das nicht. Also nehme ich ab. In einer Woche waren es jetzt trotz Weihnachten vier Kilogramm, die Vergangenheit sind. Ich will auf 75 runter, das sind also nur noch lächerliche 15 Kilogramm, die weg müssen.

Ich pflege meinen Körper und brauche seit dem KLICK! gute 15 Minuten länger im Bad. Meine Freundin hasst es. Ich werde versuchen müssen, die Wasserrechnung über die Krankenkasse abrechnen zu lassen. Das Stichwort: "Leidensdruck"! Damit kriege ich sie ran. Kann ich nicht lange duschen, leide ich. Sollte ich das durchkriegen, dann werde ich auch Pflegeprodukte geltend machen. ;)

Ich rasiere mich mittlerweile überall. Das braucht eben Zeit. Auch wenn ich gottseidank nur schmal behaart bin. Aber sehe ich beispielsweise die doofen Härchen rund um meine Brustwarze, dann rücke ich denen zu Leibe. Ein Schnitt und sie fliessen den Abfluss des Vergessens hinab. Die Haare in der Hinternfalte sind jedoch hartnäckig und es muss völlig beknackt aussehen, wie ich denen in der zu engen Dusche den Garaus mache.

Schuhe liebe ich auch nicht. Ich finde sie schön. Hin und wieder. Aber ich kann problemlos an Schaufenstern vorbeigehen, ohne mir die Treter anzugucken. In tagelangen, aufrichtigen Selbstanalysen bin ich zu dem Schluß gekommen, dass es vor allem damit zu tun hat, dass ich mich nicht zum Affen machen will. Laufe ich auf hochhackigen Schuhen, dann wackle ich rum wie ein Pudding. Das steht im klaren Widerspruch zu meinem perfektionistischen Selbstempfinden.

Ich bin zurzeit nach aussen lieber ein gut aussehender Kerl, als eine Transe, deren Gang an "Shoppen beim Erdbeben" erinnert.

Aufgefallen ist mir, liebes Tagebuch, dass Schminken für mich sehr, sehr schwer ist. Ich bin nämlich farbenblind. Erwähnte ich das? Das kann zu irrwitzigen Farbkombinationen führen. Erschreckend.

Alles in allem, bin ich entweder der Ausnahme-Transsexuelle oder vielleicht bin ich’s auch gar nicht. Dem Lehrbuch bin ich jedenfalls nicht entsprungen. Ich muss nicht in den Kleidern einer Klischee-Frau rumlaufen, um meiner Frau in mir genüge zu tun. Vielleicht liegt’s aber auch daran, dass sich mein Damenwäscheträger-Fetisch mit dem KLICK! verabschiedet hat. Statt Erotik ist mir nun Bequemlichkeit wichtiger. Und da haben Unterhosen mit Eingriff einfach die Nase vorn.

Den Eingriff brauche ich allerdings nicht. Ich setzte mich artig hin.

Ich habe gerade in den Spiegel geschaut. Die Schlupflider nerven und trüben mein Körperbefinden. Ich bin froh, wenn die bald weg sind (Leidensdruck!). Mal schauen, wann ich da einen Termin kriege. Das Doppelkinn lasse ich auch gleich wegmachen. Kostet gar nicht so viel, bringt aber viel.

Heute morgen um drei Uhr musste ich mit dem Hund raus. Er fiepte. Normalerweise ein klares Indiz dafür, dass sein Blase gleich platzen wird. Es stellte sich aber heraus, dass er es tat, weil in der Nachbarwohnung ständig jemand die Haustür zum Klingeln brachte.

So ein Mist. Dafür bin ich auf Automatik in meine Klamotten gesprungen …

Der kleine Spaziergang wurde aber ausgenutzt, um den weiblichen Gang zu trainieren. Ich glaube, es sah ganz schön tuckig aus. Ich muss daran arbeiten, liebes Tagebuch.

Lernen muss ich auch, dass ich nicht so schnell sprechen darf. Ich erinnere hier an eine durchgeknallte Kalaschnikow. Das muss anders werden. Auf gar keinen Fall werde ich mit Kopfstimme reden. Ich hab’s ausprobiert, klingt auch gut (meine Hund verwirrt es allerdings, wenn ich so rede), aber die langfristigen Konsequenzen sind eine chronische Heiserkeit, wie mir mein Kumpel der Doktor (er ist nämlich auch HNO-Arzt) bestätigte. Das muss ich nicht haben.

Ich werde mich also mal nach einer Logopädin umschauen. Wird auf jeden Fall den Vorteil haben, dass ich das Nuscheln hoffentlich verlerne. Nuscheln ist doof.

Eine irre Zeit ist das gerade, liebes Tagebuch. Meine Phantasie hat eine Dauerkarte für die Geisterachterbahn. Mal freue ich mich darauf, dass meine andere Seite Oberhand gewinnt und mal wäre ich froh, wenn alles mit einer Testosteron-Spritze abgeklärt würde. Ich lasse sie mir spritzen und danach würden wir dann alle herzlich lachen und ich würde meine Freundin eine Woche lang in einem guten Hotel in Italien vögeln. Ganzer Kerl dank Testosteron.

Die Alternative ist ein Testosteron-Blocker, ein schlaffer Schwanz, eine zu Grabe getragene Libido und ein Haufen Scherereien beruflicher und privater Natur und eine durch Östrogene ausgelöste, wunderschöne Gynäkomastie.

Frage: Muss ich mir das wirklich geben?

Nicht, dass ich die Hormoneinnahme als zwingend erforderlich ansehe. Aber um den Mr. Hyde in mir im Zaum zu halten, muss Frau Dr. Jekyll wohl zur Chemie greifen.

Frau Hyde. Ha,ha.

Na, warten wir mal ab. Ich habe demnächst diverse Gesprächstermine in Selbsthilfekursen und dem Psychologen wollen wir ja auch noch Gehör schenken.

Das KLICK! kommt aber auch zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Ich müsste mich viel mehr um den Job kümmern. Wir sind in der Endphase des Projektes, das mich ekelhaft reich machen wird. Also werde ich meine Freundin bitten, spitze Damenschuhe anzuziehen, und mir in den Hintern zu treten.

Wenn alles so klappt, wie ich es geplant habe, dann muss ich mir zumindest bald über Geld keine Sorgen mehr machen.

Toi, toi, toi, liebes Tagebuch.

Es hat sich übrigens herausgestellt, dass andere Menschen in Dir lesen. Ich war entsetzt! Mir völlig rätselhaft, wie das passieren konnte. Heute verstecke ich Dich mal. ich bin sicher, dass man Dich nicht finden wird.

Ich glaube, das war’s für heute, liebes Tagebuch.

Unterschreiben werde ich Dich heute mit
Oona statt Babsi, der Name gefällt mir immer besser.


Re: Liebes Tagebuch …

Reply #19
Hallo liebe Oona,

sehe es mir nach, dass (nach langem Suchen... :D) ich dein Tagebuch gefunden habe, und ich muss sagen, was ich da lesen durfte ist sehr, sehr gut geschrieben und ich kann mich sehr gut in deine Gefühlslage hineinversetzten.
4
Ich kann nicht auf jeden einzelnen Punkt eingehen, aber nur so viel: Du kannst dich glücklich schätzen, dass deine Freundin trotzdem noch weiter zu dir steht, zumindest dich nicht verlassen hat.

Auch dass du durchaus noch Zweifel hast, was deine Transsexualität (falls du es bist) betrifft ist klar. Denn solltest du es sein, und du "den Weg" (der kein leichter ist) gehen wollen/müssen, dann muss das sehr gut überlegt sein. Du darfst dann zwar viele schöne Erfahrungen sammeln, aber es werden auch tw. "tiefe Täler" durchschritten werden müssen.

Vielleicht kann dir da dein befreundeter Arzt weiterhelfen, in dem er der einen Psychotherapeuten (nicht erschrecken!!!) nennt, der schon (am besten mehrjährige) Erfahrung mit dieser Thematik hat. Nur mal so, ganz unverbindlich, 1 oder 2 Termine ausmachen und dem das Schildern wie du es dem Tagebuch hier gemacht hast. Kann sein, dass das dein Gefühlschaos dann ein wenig in Ordnung bringt. Und wenn dir dein befreundeter Hausarzt eine Überweisung ausstellt, kostet es dich noch nicht mal was.

So, das ist das wichtigste was ich dir mitteilen wollte, denn deine Beiträge haben mich doch sehr berührt - vor allem weil sie mir sehr bekannt vorkommen...

Jetzt lege ich das Tagebuch wieder in das Versteck, und hoffe, dass du mir nicht beleidigt bist, dass ich nicht nur darin gelesen, sondern auch meine Zeilen hinterlassen habe.

Mit lieben Grüßen

Yvonne

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #20
Hallo, Yvonne,

danke für Deine netten Worte! Die Nummer mit dem Psychotherapeuten ist auf jeden Fall schon eingeläutet, genauso wie eben die Kontaktaufnahme zu einer Hamburger Selbsthilfegruppe im Magnus-Hirschfeld-Centrum.


Lieben Gruß
Oona aka Babsi

PS
Mein Sohn ist aufgestanden. Um 10 Uhr. Ich verstehe die Welt nicht mehr.

Notiz ans Tagebuch
Ich stelle fest: Nirgendwo bin ich mehr Frau, als im Badezimmer. Meine Freundin hasst mich, weil ich ihr sündhaft teures Parfüm benutze, aber nach BOSS mag ich nun wirklich nicht mehr riechen …

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #21
Und wer ist bei euch jetzt der BOSS bzw. die BOSSIN im Haus?

:)

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #22
Der Hund.

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #23
Bei uns auch :-)

Re: Liebes Tagebuch (29.11) …

Reply #24

gestern Abend war ich mit meiner Freundin bei Laderma, um mich über die Bartentfernung beraten zu lassen. Der Spaß soll knapp über 1.000 Euro kosten, wenn ich die Flatrate nutze und vermutlich 20 Sitzungen brauchen mit etwa 8 Wochen Pause zwischen denselben.


Das ist realistisch.


Und weh tut’s auch. Und doof sieht’s auch nach jeder Sitzung aus. Bis zu einer Woche danach kann man aussehen, wie eine Rotampel auf Koks.


So schlimm ist es nicht. Ich war bei dieser Firma. Es hat sich einen halben Tag wie Sonnenbrand angefühlt. Gesehen hat man nichts.

Mihi

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #25
Da würde ich dann nochmal zur Sicherheit noch die Meinung eines Dermatologen einholen. Viele bieten ebenfalls Haarentfernung an, da allerdings mit Laser, was die Anzahl der Sitzungen doch erheblich reduziert und billiger war's bei mir letzendlich auch, als im Kosmetikstudio.

Liebes Tagebuch … (30.12.)

Reply #26
Liebes Tagebuch,

gestern ist nicht viel passiert. Oder doch. Eins. Ich hatte einen Rückfall in mein altes Leben vor dem KLICK! Und das kam so (jetzt darf ich nicht zu viel verraten, denn die suchen dich wie verrückt hier im Forum und lesen Dich dann gegen alle Anstandsregeln).

Also, Du weißt ja, dass wir einen neuen Designer engagiert haben, der unser Portal beautifyen sollte. Was macht der Bursche? Der geht nicht wie besprochen mal hier an einen Button oder mal dort an eine Tabelle ran. Nein, nein. Der präsentiert uns eine völlig neue Startseite. Mit "völlig neu" meine ich "völlig neu".

Hat der sie noch alle? In gut 14 Tagen wollen wir online sein und der schmeisst das ganze Gestaltungskonzept übern Haufen?

Ich wurde laut. Ich wurde bissig. Ich wurde böse. Weiter entfernt von Oona konnte ich kaum sein. Aber vielleicht war’s doch Oona und die Braut ist eine knallharter Geschäftsbraut. Ein Mäuschen ist sie sicher nicht.

Ich bin gespannt, wie’s weitergeht mit der Site.  Wieso hören die Leute nicht zu und tun einfach, was man ihnen sagt? Keinen müden Cent sieht der dafür. So viel ist sicher.

Ach ja, liebes Tagebuch, dann habe ich gestern noch meinen Stil gefunden. Na ja, so ein bisschen jedenfalls. Und der hat vor allem was mit Hosenanzügen zu tun. Einen solchen habe ich meiner Freundin gestern geklaut. Leider ist die Natur gemein zu mir und schenkte mir keinen dicken Hintern, den ich in der Hose gut hätte gebrauchen können. Ich überlege, ob ich mir diese Polsterhosen mit Silikonkissen zulegen soll. Einen Versuch wäre es wert.

Dazu hatte ich ein hübsches schmales blauweiß gestreiftes T-Shirt mit wunderbarem Dekolleté an. Ein bisschen Schmuck gab’s auch. Sah gut aus (der Bauch muss weg. Und zwar fix.) Jawohl! Vielleicht auch, weil der Sprung zur männlichen Kleidung nicht so eklatant ist.

Nennen wir es die "feige Eichhörnchen-Taktik".

Ich habe festgestellt, dass mir mein Kurzhaarschnitt auch als Oona steht.

Das hat alles Potential, liebes Tagebuch! Ich muss noch mit meiner Freundin reden, weil ich das gerne zu Silvester tragen möchte. Ich habe mich darin wohl gefühlt. Sie wird begeistert sein …  ::)

Nach wie vor lehne ich die bunten Klamotten ab. Farbenblind ist eben farbenblind und Schwarz ist das neue Bunt.

Mal sehen, was der heutige Tag bringt. Geplant ist nichts. Rein theoretisch habe ich ja noch Urlaub.

Tschüs, liebes Tagebuch, ich melde mich.

Oona.


Nachtrag
Ich habe festgestellt, dass das Badezimmer der Ort ist, an dem ich mich am weiblichsten fühle. Die Zeit für die Körperpflege geniesse ich sehr. Zupfe hier, zupfe da. Ich creme mich ein, ich rieche gut.

Habe ich das schon an anderer Stelle geschrieben? Egal, man kann es nicht häufig genug betonen.

Bis dato jedenfalls identifiziere ich Oona nicht über die Kleidung, sondern über das Wesen und das ist eben am letzten Ort der Welt, der einem Privatsphäre gönnt, am ehesten möglich.  

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #27
Hallo Oona,
Etwas atemlos von der verzweifelten Suche nach deinem Tagebuch,letztlich doch gefunden ,möchte ich dir mein Kompliment dalassen ,nach zugegebenermaßen anfänglicher Skepsis (du weisst ja ...langjährige Lebenserfahrung und so) steigt das Maß meiner Begeisterung mit der Menge deiner Seiten.
Und was dein Wesen,am letzten privaten Ort der Welt ,betrifft,.....verlass dich drauf den finden wir auch noch... ;D

Rutsch gut rüber ins  Neue ,wünscht Danièlle

Re: Liebes Tagebuch (30.12.)

Reply #28
Dankeschön, Danièlle. *Knicks*1

Mein Tagebuch hilft mir. Völlig unabhängig davon, ob ich eine Rückmeldung bekomme oder auch nicht. Es tut gut, sich auch jenseits des Badezimmerspiegels zu reflektieren.

Es sind so viele Informationen, so viele Veränderungen und es ist so viel Kraft, die man braucht. Und auch andere Stellen wollen etwas von der Kraft haben. Mein Sohn, meine geliebte Freundin, mein Beruf und dann auch der doofe Hund. Die Zahl ist Legion.

Und irgendwo da drin muss und möchte ich mich als Oona entwickeln. Ich habe schlicht keine Lust mehr, meinem mir selbst auferlegten Rollenverhalten Rechnung zu tragen, bin aber schlau genug, dies langsam und mit Bedacht anzugehen. Es treibt mich nichts, ausser ich mich selbst.

Ich finde es schön, immer neue Seiten an mir zu entdecken und meinen Körper in Einklang mit mir zu bringen. Ich bekämpfe nun, was ich als Mann selten bis nie getan habe: Fettpolster, unreine Haut, Ringe unter den Augen, Bartwuchs und Haarwuchs im Allgemeinen. Ich achte auf die Art, wie ich rede, die Art wie ich mich bewege.

Ich entwickle ein Modebewußtsein, wo vorher schwarzes Hemd und Jeans genügten.

Es ist toll. Ich liebe es. Und ich habe Angst davor. Aber die Angst gehört dazu. Jedes mal, wenn ich sie ein bisschen überwinde, dann fühle ich mich stärker und kann dieses Stärkerwerden all jenen zuteil werden lassen, die meine Kraft brauchen. Nicht zuletzt auch Oona.

Lieben Gruß aus Hamburg und natürlich auch Dir einen guten Rutsch!
Oona

PS
Ich trage gerade eine kühlende Gelmaske. Ich sehe völlig bekloppt aus. :)




1 Muss ich noch üben …

Re: Liebes Tagebuch …

Reply #29
Hi ,du mit Gelmaske ich mit Lockenwickler,wäre sicher ein tolles Bild. ;D
Für mich war die Reise meiner Transition auch das spannendste und schönste in meinem Leben wenn auch nicht immer ganz leicht,große Veränderungen sind das ja nie,sodoch sehr befreiend was meinen innersten Wesenskern ausmacht.
Freue mich auf ein näheres Kennenlernen durch unser "Geschreibsel"...bis demnächst.....muß jetzt mit dem föhnen weitermachen.... ;D