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Topic: Psychologe und Transsexualität (Read 30337 times) previous topic - next topic

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #30
Auch wenn das meistens in die Hose geht, wenn man dich korrigiert, aber das Urteil aus '76 (?) spricht nicht von einer Krankheit, sondern von einem krankheitsgleichen Zustand, welcher Leidensdruck analog einer Krankheit verursacht.

Letztendlich ist das aber (mir) Wurst wie das Kind heißt.
Es interessiert nämlich außerhalb des medizinischen Bereiches keine S.. .

LG

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #31

Auch wenn das meistens in die Hose geht, wenn man dich korrigiert, aber das Urteil aus '76 (?) spricht nicht von einer Krankheit, sondern von einem krankheitsgleichen Zustand, welcher Leidensdruck analog einer Krankheit verursacht.

Letztendlich ist das aber (mir) Wurst wie das Kind heißt.
Es interessiert nämlich außerhalb des medizinischen Bereiches keine S.. .

LG

nee,.. Korrektur is immer hilfreich. Danke dir.

Ich spreche letztlich nur meine subjektie Meinung aus.
Trotzdem muss ich dir ehrlich gestehen, dass ich aus meiner eigenen Erfahrung heraus die Txyz-Geschichte teils im Bereich der psychologischen Medizin angesiedelt sehe (die Genetik/Hormonhaushalt/Sozialisierung etc. jetzt einmal aussen vor gelassen).
Ähnliche Sichtweise spiegelt sich ja dann auch im Diagnosefall bei der internationalen medizinischen Einordnung dieser Erscheinung wieder.

Diese von dir oben genannte gerichtliche Definition ordne ich unter den Aspekt Humanität als Beweggrund ein, was ich ok finde, da wir Menschen uns letztlich nicht auch noch mit Worten unnötig in Gesellschaften verletzen müssen und wollen. Sie ist Produkt der Menschlichkeit.
Auch ist für mich ein "krankheitsgleichen Zustand, welcher Leidensdruck analog einer Krankheit verursacht" letztlich aus medizinisch/psychologischer Sichtweise nicht anders zu werten als eine Krankheit. Ich sehe da wirklich keinen Unterschied.... sonst erklär mir den bitte.

Alles Liebe _@_y <3

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #32
Knalls mir um die Ohren, wenn ich daneben liege, aber:

Nicht T* ist behandlungswürdig (dann wäre es eine Krankheit), sondern der daraus resultierende Leidensdruck (eben der wird/soll durch die gegengeschlechtliche Hormongabe und, wenn nötig, durch die gaOP gelindert bzw. bestenfalls beseitigt werden).

An irgendwelche Anwandlungen bezüglich "nicht verletzen wollen" glaube ich nicht, schon gar nicht wenn ich mir den damals herrschenden Zeitgeist anschaue.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #33

Nicht T* ist behandlungswürdig (dann wäre es eine Krankheit), sondern der daraus resultierende Leidensdruck (eben der wird/soll durch die gegengeschlechtliche Hormongabe und, wenn nötig, durch die gaOP gelindert bzw. bestenfalls beseitigt werden).


Ja genau. Letztlich ist das zweischneidig, weil es *auch* als Rechtfertigung aufwendiger Psychotherapien dient - ganz explizit ja die somatischen Maßnahmen als ultima Ratio, wenn eine Psychotherapie fehlgeschlagen ist. Wir benötigen wohl tatsächlich eine Neudefinition, ggf explizit im SGB.

Quote
An irgendwelche Anwandlungen bezüglich "nicht verletzen wollen" glaube ich nicht, schon gar nicht wenn ich mir den damals herrschenden Zeitgeist anschaue.


Tatsächlich gab und gibt es in der Medizin sowas wie einen Ethos, keine Eingriffe an einem gesunden Körper vorzunehmen. Aber eine interessante Bereitschaft zum Durchführen finanziell attraktiver rein kosmetischer Eingriffe.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #34
Aus dem gerade von Jula verlinkten Papier:

Quote
In addition, administrative burdens and additional requirements, such as
a period of “life experience” in the gender of choice, make recognition procedures generally cumbersome.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #35


Diese von dir oben genannte gerichtliche Definition ordne ich unter den Aspekt Humanität als Beweggrund ein, was ich ok finde, da wir Menschen uns letztlich nicht auch noch mit Worten unnötig in Gesellschaften verletzen müssen und wollen. Sie ist Produkt der Menschlichkeit.
Auch ist für mich ein "krankheitsgleichen Zustand, welcher Leidensdruck analog einer Krankheit verursacht" letztlich aus medizinisch/psychologischer Sichtweise nicht anders zu werten als eine Krankheit. Ich sehe da wirklich keinen Unterschied.... sonst erklär mir den bitte.

Alles Liebe _@_y <3


Depathologisierung von T* ist das der einzige Weg und Neudefinition im SGB. Viele konservative T* Gruppen behaupten, sonst würde nix mehr bezahlt.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #36
Ich halte ent-pathologisierung für wenig sinnvoll.

Es gibt ein Leiden.
Es besteht ein Problem das oftmals medizinischer Hilfe bedarf.
Idr., ich denke das kann man so schon sagen,
gibt es fast immer auch Psychische Leiden/Probleme die damit einhergehen.

Was genau soll man daran entpathologisieren?

Ich seh es als angeborene Behinderung die oft mit
behandlungsbedürftigen Begleiterscheinungen einher geht.

Und welche schublade passt besser als die der psychischen Krankheiten?

Soll ich damit zum HNO gehen? Zum Kieferchirurg?

Behindert zu sein ist scheisse ja, aber es bringt nichts so zu tun als ob es keine wäre um dem Stigma aus zu weichen, und gleichzeitig um Hilfe zu bitten. Das macht einfach keinen Sinn.

Das Problem ist nicht die Diagnose, sondern wie die allgemeinheit damit umgeht.

Depressive Menschen hatte früher auch noch viel mehr als heute ein gesellschaftliches Stigma und weitverbreitetes Unverständnis,
weshalb es da auch keiner zugeben wollte.

Trotzdem gehört es pathologisiert wenn es krankheitswertiges Leid verursacht ist es nicht gesund. Punkt.
Nach der Behandlung? Wenn man das Leid hinter sich gelassen hat?
DANN sollte es wohl nicht mehr zutreffen oder? Aber davor doch wohl ganz sicher.

lg
Mia

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #37

Knalls mir um die Ohren, wenn ich daneben liege, aber:

Nicht T* ist behandlungswürdig (dann wäre es eine Krankheit), sondern der daraus resultierende Leidensdruck (eben der wird/soll durch die gegengeschlechtliche Hormongabe und, wenn nötig, durch die gaOP gelindert bzw. bestenfalls beseitigt werden).

An irgendwelche Anwandlungen bezüglich "nicht verletzen wollen" glaube ich nicht, schon gar nicht wenn ich mir den damals herrschenden Zeitgeist anschaue.

hmm,...  Leidensdruck, welcher nicht aus einer "Krankheit" resultiert, würde ich dann aber trotzdem mit psychologischen Mitteln versuchen zu mindern/beseitigen,... nur wenn dies erfolglos bleibt würde ich eine weiterführende, medizinische Behandlung mit "gutem Gewissen" in Erwägung ziehen können,... so rein vom logischen Verstand.
Ausserdem wäre dies ja dann aber spätestens in meinen Augen die Grenze zur Krankheit im medizinisch-psychologischen Sinne.

Zusätzlich gilt es aber doch vorallem im strategischen Sinne das gesellschaftliche Umfeld so zu ändern, dass Txyz auch erstmal grundsätzlich als "normale Variation" der "Geschlechter" wahrgenommen und gelebt werden kann,... mal das eigene Ego weggelassen,...

Alles Liebe _@_y <3

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #38
Wenn du nicht leidest, sollte dich niemand für krank erklären.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #39

hmm,...  Leidensdruck, welcher nicht aus einer "Krankheit" resultiert, würde ich dann aber trotzdem mit psychologischen Mitteln versuchen zu mindern/beseitigen,...


Mhmm, der Leidensdruck entsteht aus einem Konflikt zwischen Identität und Körperlichkeit. Der ist nicht an sich krank, aber erwiesenermaßen krankmachend.

Welche Mittel der Psychologie sollten denn da lindern? Welche haben sich in der Vergangenheit - immerhin runden 60 Jahren - als wirkungsvoll erwiesen? Im Gegenteil: 100% Fehlschlag werden sogar von der Fachwelt attestiert - also wieso dann Mittel einsetzen, die erwiesenermaßen nicht helfen werden und letztlich nur Leid erzeugen?

Wieso also restriktiver vorgehen als der fortschrittlichere oder zumindest liberalere Teil auch der Fachwelt es schon seit langem vorschlägt?


Und nochmal: die Konsequenzen, die sich aus dem Trans-Sein ergeben, sind individuell. Manchen reicht ein rein sozialer Wechsel.
Toll, ich wäre manchmal froh gewesen, wenn mir das gereicht hätte, besser noch, wenn ich einfach nur ein Teilzeitmodell hätte leben können.

Und klasse für Dich, wenn Du so wie Du jetzt lebst, für Dich richtig lebst. Ehrlich. Aber bitte verallgemeinere das nicht.

(und lies Dir bitte mal die "wissenschaflichen" Veröffentlichungen besonders der "konservativeren" Sexualwissenschaftler durch, bevor Du forderst, Dich in deren Hände zu begeben...)

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #40


hmm,...  Leidensdruck, welcher nicht aus einer "Krankheit" resultiert, würde ich dann aber trotzdem mit psychologischen Mitteln versuchen zu mindern/beseitigen,...


Mhmm, der Leidensdruck entsteht aus einem Konflikt zwischen Identität und Körperlichkeit. Der ist nicht an sich krank, aber erwiesenermaßen krankmachend.

..aber der Konflikt entsteht doch grossteils auch, weil es keinen "vorgesehenen" Platz in unserer Gesellschaft für ein "drittes" Geschlecht gibt...
sieh dir doch z.B. mal Thailand an,... dort nimmt die Zahl derer, die nicht den "kompletten" Weg gehen zu, statt ab,... wie erklärst du dir das?


Welche Mittel der Psychologie sollten denn da lindern? Welche haben sich in der Vergangenheit - immerhin runden 60 Jahren - als wirkungsvoll erwiesen? Im Gegenteil: 100% Fehlschlag werden sogar von der Fachwelt attestiert - also wieso dann Mittel einsetzen, die erwiesenermaßen nicht helfen werden und letztlich nur Leid erzeugen?

Wie oben schon beschrieben, es geht meiner Meinung nach darum, Platz für Menschen wie uns zu schaffen, nicht darum, substraktiv das Individium "anzugleichen". Sowas finde ich von der Grundherangehensweise her pervers.
Auch haben wir da in den letzten 30 Jahren viel erreicht,... mein heutiges Leben wäre damals so gesellschaftlich kaum möglich gewesen,...

Die "100%" Fehlschlag die du attestierst sehe ich vorallem darin begründet, dass auf somatische Massnahmen gesetzt wurde und Txyz generell als "Krankheit" angegangen wurde. Du vergisst die Macht des Geldes, die Wissenschaftsgläubigkeit und die menschenverachtende, medizinische Vergangenheit des letzten jahrhunderts vorallem auch in Deutschland.


Wieso also restriktiver vorgehen als der fortschrittlichere oder zumindest liberalere Teil auch der Fachwelt es schon seit langem vorschlägt?

Du sieht es furchtbar negativ weil du es direkt als Angriff empfindest.... es geht nicht um restriktiv, es geht darum, TS generell zu integrieren,... Wege zu normalisieren die nicht darauf aufbauen, somatische Massnahmen zu nutzen.
Es geht darum, endlich den bescheuerten Alltagstest in das umzuwandeln was er eigentlich psychologisch leisten kann,... ein potentes Übergangsinstrument welches eben nicht nur Sinn macht, um somatische Massnahmen durch Ärzte zu prüfen, sondern auch generell ein Gate darstellt für Betroffene in die Freiheit eines alternativ Geschlechtes,...
Auch gilt es das medizinische/psychologische Personal zu schulen, oder willst du mir erzählen, dass es tragbar ist, wie sehr heute die Kontrollfunktion der Ärzte unterwandert wird?


Und nochmal: die Konsequenzen, die sich aus dem Trans-Sein ergeben, sind individuell. Manchen reicht ein rein sozialer Wechsel.
Toll, ich wäre manchmal froh gewesen, wenn mir das gereicht hätte, besser noch, wenn ich einfach nur ein Teilzeitmodell hätte leben können.

Und klasse für Dich, wenn Du so wie Du jetzt lebst, für Dich richtig lebst. Ehrlich. Aber bitte verallgemeinere das nicht.

(und lies Dir bitte mal die "wissenschaflichen" Veröffentlichungen besonders der "konservativeren" Sexualwissenschaftler durch, bevor Du forderst, Dich in deren Hände zu begeben...)


Also bitte Beate,... ich bin die letzte die dazu auffordert, die eigene Selbständigkeit aufzugeben an irgendwelche idiotischen, unverantwortlichen "Ärzte"!
Ich empfinde die momentan gängige Praxis der "Angleichung" in der Medizin als faschistoid.

Und ich verallgemeinere auch nicht. Selbst ich würde in Einzelfällen sicherlich zum Ergebnis kommen, dass somatische Massnahmen die einzige Rettung für den Patienten darstellen,... aber doch nicht in diesem Ausmaß wie es heute der Fall ist!
Du machst es dir zu leicht, wenn du mich da in eine Ecke drücken willst aus der ich nicht komme. Ich möchte in erster Linie eine gesellschaftliche Integration von TS,... aber eben vollkommen unabhängig von somatischen Maßnahmen.
Sonst ist in meinen Augen auch keine Basis gegeben, ernsthaft verantwortungsvolle Entscheidungen im medizinischen Sektor zu treffen.

Alles Liebe _@_y <3

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #41

..aber der Konflikt entsteht doch grossteils auch, weil es keinen "vorgesehenen" Platz in unserer Gesellschaft für ein "drittes" Geschlecht gibt...
sieh dir doch z.B. mal Thailand an,... dort nimmt die Zahl derer, die nicht den "kompletten" Weg gehen zu, statt ab,... wie erklärst du dir das?


Meinst du das wirklich ernst? Ich glaube du sprichst hier von deinen Konflikt. Ich gehöre keinen "dritten" Geschlecht an und wüsste auch nicht wieso ich das jetzt sollte, nur damit es in deiner Welt passt. Dass in Thailand viele keinen für dich "kompletten" Weg gehen kann auch finanzielle Gründe haben, oder eben die Tatsache dass diese nicht mit denen die es eben tun nicht derart vergleichbar sind. Wieso muss man ständig alles pauschalisieren? Wieso kannst du es nicht akzeptieren dass es auch Menschen gibt die nunmal ins duale System passen? Wirklich ich verstehe das langsam nicht mehr. Einerseits rufe nach Akzeptanz, die dann aber bei dir selber zu wünschen übrig lassen.  >:(

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #42
Der Konflikt entsteht aus den unterschiedlichsten Gründen. Weil es keinen Platz für "dazwischen" gibt. Weil die Geschlechterrollen eng und stringent verteilt sind und man sich dort nie 100%ig findet. Weil Leute eine klare Diskrepanz zwischen ihrem Geschlecht und ihrem Körper spüren. Und, und, und...

Es kann doch nicht so schwierig sein zu verstehen, dass das ganze hoch komplex und vielschichtig ist und es für die einen nur ein gesellschaftliches Problem ist und für andere tatsächlich ein massives körperliches.

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #43
Liebe Bastienne,
Quote
Platz für Menschen wie uns zu schaffen, nicht darum, substraktiv das Individium "anzugleichen". Sowas finde ich von der Grundherangehensweise her pervers.


Bitte mach auch Platz für Menschen denen erst durch eine "substraktive angleichung" geholfen ist, und nicht nur für dich. Und nein, ich bin nicht pervers.
Eine Regelung die nur auf "softe" Lösungen setzt wird sicher bei Vielen reichen, aber längst nicht bei allen. Die 100% Fehlschlag von denen Beate redet gibt es durchaus bei manchen, und ist auch nicht weiter Neu sondern in der Psychotherapie sehr wohl bekannt. Ich musste trotzdem Körper und Bewegungstherapien, 1001 Übungen für Körperliche und seelische Selbstannahme über mich ergehen lassen, nur damit die Ärzte sehen können das mich das tatsächlich so sehr mitnimmt das sich damit nicht arbeiten lässt und es da kein weiterkommen gibt.

Lass mich nicht außen vor wenn du nach einer Regelung Fragst die dir angenehmer ist, denk immer daran es gibt auch Menschen die nicht so prima klarkommen wo es einfach nicht geht wie bei dir.

Und noch mal: Ich bin nicht pervers.

Ich bin es aber irgendwo extrem leid mich quälen zu lassen nur damit arzt nummer 196 auch endlich sicher ist das es wohl nötig wird was zu tun. Dieser mist sollte eingeschränkt werden, ich brauch für nichts anderes so viele Fachärzte die zum selben ergebniss kommen müssen und dermaßen lange beobachtung. Wirklich nichts. Als ich meine Nebenhöhlen operieren lassen musste hatte ich vom HNO Befund zum CT, zum weiteren HNO befund, überweisung und schliesslich dem OP Termin eine Zeitspanne von 2 Stunden und war eigentlich nur wegen was ganz anderem hin gegangen. 4 Tage Krankenhausaufenthalt und 3 1/2 stunden Eingriff. Da wurde keine TK gefragt, kein MDK eingeschaltet und auch sonst keine Gutachter beteiligt.

Das ist das andere Extrem, aber irgendwo in der mitte wird man sich ja wohl treffen können.

Die Leute nehmen mir meine Entscheidungsfreiheit und meine Zurechnungsfähigkeit weg. Klar gibt es Idioten und Psychisch kranke die vllt. den Größten Fehler ihres Lebens machen. Aber daran hindert mich sonst auch niemand, nicht wenn ich besoffen ins auto einsteige, verträge abschliesse die ich mir nicht leisten kann, aus versehen meine Bude abfackel oder ähnliches.

Begutachtung und Bewertung und Bestätigung die NULL rücksicht darauf nimmt was der Patient sagt sind einfach MEGA entmündigend. Es ist das Geld der Krankenkasse, natürlich. Aber das bedeutet doch nicht das ich mich plötzlich behandeln lassen muss als hätte ich jedes Recht auf Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit abgetreten. Ich zahl da schliesslich auch ein.

K.A.
Diese ganzen Therapien sind die größte Geldverschwendung aller Zeiten gewesen, und das hätte ich der Kasse locker ersparen können. Aber mir glaubt keiner, meinem Therapeuten glaubt die KK nicht genug, das gericht möchte auch gerne noch zwei gutachter und schlussendlich macht sich der MDK dann auch noch mal sein eigenes Bild, aber erst wenn alles andere nicht geklappt hat. Obwohl ich vom ersten Tag schon wusste wo es hin geht und nur darauf warte das diese ganzen Bürokraten sich endlich mal selbst überzeugen und mit ihren Papier-anleitungen Schritt für Schritt nach 0815 vorgehen damit am ende niemand in der Verantwortung steht. Weil mehr ist es nicht.

Offensichtlich hält mich niemand für qualifiziert mit meinen zwei Fachärzten eine Entscheidung zu treffen deren Verantwortung und Konsequenzen ich dann auch tragen kann.

Wahrscheinlich halten die mich auch für Pervers?
Tut mir leid aber mich regt es auf so viel verbissenes unverständnis zu bekommen.
"Ich kann mir das nicht vorstellen also glaub ich dir kein Wort!"

lg
Mia

p.s.: Wenn du den Traum träumst das es in einer perfekten Gesellschaft mit totaler Integration und Annahme für jeden und alles, dann auf magische art und weise keinen Grund für Gaop mehr geben wird, dann liegst du einfach mega daneben. Und das kann ich dir mit solcher bestimmtheit sagen, weil ich WEIS das ich persönlich nicht in diesen Traum passe. Weniger Fälle weil es viele auch aus sozialen Gründen machen wollen? Bestimmt gibt es das, und das werden dann wohl auch WENIGER. Aber WENIGER ist nicht weg. Für mich würde die Akzeptanz anderer Menschen in der Beziehung keinerlei Unterschied machen. Auch die Akzeptanz meiner Familie und Freunde und meinem Beruflichen Umfeld macht da keinen unterschied.

Alle Menschen die mir wichtig sind würde damit leben können wenn ich mich nicht operieren lasse, das wäre gar kein Problem. Aber es ändert nichts, absolut überhaut gar nichts, daran das ich es für mich brauche um Frieden zu haben. Weil mein Körper mir erst dann  frieden und das gefühl gibt das er zu mir gehört wenn das korrigiert wurde. Vorher gehören ich und mein Körper nur auf dem Papier zusammen.

Und ich glaube der Punkt ist immer noch nicht so ganz klar bei Vielen. Diese ganzen Eingriffe sind hin und wieder halt schon genau das richtige für den Patienten der sich auch nichts anderes wünscht.

 

Re: Psychologe und Transsexualität

Reply #44

..aber der Konflikt entsteht doch grossteils auch, weil es keinen "vorgesehenen" Platz in unserer Gesellschaft für ein "drittes" Geschlecht gibt...

Nein. Glaub mir, den Raum hätte ich mir schon genommen, wenn ich ihn gebraucht hätte. Innerhalb meiner Familie wäre das sogar um einiges einfacher geworden. Aber ich benötige die Angleichung für *mich*.

Quote
sieh dir doch z.B. mal Thailand an,... dort nimmt die Zahl derer, die nicht den "kompletten" Weg gehen zu, statt ab,... wie erklärst du dir das?

Das kann man nicht ohne Blick auf die wirtschaftlichen Randbedingungen verstehen: eine Angleichung kostet Geld, besonders die OP. Wenn das nicht vom Gesundheitssystem übernommen wird, bleiben halt einige außen vor. Und wenn die soziale Schere aufreißt (das passiert nicht nur hierzulande), kannst Du Dir das Ergebnis an allen 10 Fingern abzählen.

Quote

Wie oben schon beschrieben, es geht meiner Meinung nach darum, Platz für Menschen wie uns zu schaffen, nicht darum, substraktiv das Individium "anzugleichen". Sowas finde ich von der Grundherangehensweise her pervers.

Das darfst Du gerne tun. Aber bedenke bitte, dass der Wunsch nach der körperlichen Angleichung zuallererst mal aus einem selbst kommt. Da ich ihn 47 Jahre lang weggedrückt habe, weiß ich durchaus, wovon ich diesbezüglich rede.

Der Platz in der Gesellschaft entsteht dadurch, dass man ihn sich nimmt und in seinem Umfeld positiv wirkt. Nicht dadurch, dass man andere dazu zwingt, sich diesen Platz zu nehmen. Auch nicht temporär ("Alltagserprobung").


Quote
Die "100%" Fehlschlag die du attestierst sehe ich vorallem darin begründet, dass auf somatische Massnahmen gesetzt wurde


Nein, sondern ganz ausdrücklich darauf, dass man somatische Maßnahmen als allerletztes Mittel ansieht und die Normabweichung erst mal mit "psychologischen Mitteln" vulgo Gehirnwäsche heilen will. DAS ist menschenverachtend, und DAS ist eine Fortsetzung der menschenverachtenden Tradition der Psychiatrie, die sich keineswegs nur auf Deutschland beschränkt (denk nur mal an John Money) und es ist ein Glück, dass das inzwischen in den Menschenrechtsorganisationen anerkannt ist.

Quote
. Wege zu normalisieren die nicht darauf aufbauen, somatische Massnahmen zu nutzen.


Die sind doch nicht mehr oder nicht weniger normal. Es gab immer wieder und zu nahezu jeder Zeit Menschen, die in dieser Nische lebten. Auch das TSG in seiner ursprünglichen Form schuf dazu bereits einen brauchbaren juristischen Rahmen: wenn man wollte, konnte man seinen Namen ändern und so im Alltag weitegehend normal im empfundenen Geschlecht leben.

Quote
Es geht darum, endlich den bescheuerten Alltagstest in das umzuwandeln was er eigentlich psychologisch leisten kann,... ein potentes Übergangsinstrument welches eben nicht nur Sinn macht, um somatische Massnahmen durch Ärzte zu prüfen, sondern auch generell ein Gate darstellt für Betroffene in die Freiheit eines alternativ Geschlechtes,...

Es geht darum, diese Dauerdiagnostik durch ein therapeutisches Angebot zu ersetzen, das an den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen ansetzt und das sie nicht auf das T* reduziert.

Quote
Auch gilt es das medizinische/psychologische Personal zu schulen, oder willst du mir erzählen, dass es tragbar ist, wie sehr heute die Kontrollfunktion der Ärzte unterwandert wird?


Wieso haben Ärzte eine Kontrollfunktion? Wieso müssen sie die haben? Wieviel Obrigkeitsstaat möchtest Du?


Quote

Also bitte Beate,... ich bin die letzte die dazu auffordert, die eigene Selbständigkeit aufzugeben an irgendwelche idiotischen, unverantwortlichen "Ärzte"!


Aber weiter oben forderst Du die ärztliche Kontrollfunktion, gell?

Ich empfinde die momentan gängige Praxis der "Angleichung" in der Medizin als faschistoid.

Quote
Und ich verallgemeinere auch nicht. Selbst ich würde in Einzelfällen sicherlich zum Ergebnis kommen, dass somatische Massnahmen die einzige Rettung für den Patienten darstellen,... aber doch nicht in diesem Ausmaß wie es heute der Fall ist!
Du machst es dir zu leicht, wenn du mich da in eine Ecke drücken willst aus der ich nicht komme. Ich möchte in erster Linie eine gesellschaftliche Integration von TS,... aber eben vollkommen unabhängig von somatischen Maßnahmen.


Du verkennst allerdings, dass der Wunsch nach der Angleichung zuallererst einmal von den Betroffenen selbst ausgeht, und dass die tradierte Rolle der Medizin die des Türstehers ist, der nur begrenzt Zugang zu den benötigten Ressourcen bieten will. Übrigens einschließlich Wegsperren in der Psychiatrie. DAS ist der tiefere Sinn dessen, was Du in den SOC, vor allem aber den Behandlungsrichtlinien des MDS und dem Vorgängerpapier p29b lesen kannst.