Skip to main content
Topic: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen? (Read 653 times) previous topic - next topic

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #30
Gelesen hatte sie das ja offenbar.
Aber diese Handreichungen werden von Evangelikalen oftmals eher akzeptiert als Traktate der Katholen, jedenfalls, wenn sie einer der "evangelischen Freikirchen" angehören. Es hat also u.U. einen Sinn, dieses Faltblatt zur Hand zu haben.

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #31
Kerstin, du hast doch anfangs diese Handreichung der ev. Kirche zu Trans erwähnt. Da stehen alle relevanten Bibelstellen drin. Einfach mal lesen, nicht nur einen Link posten, gell?!
Ich habe quergelesen, aber nicht das ganze Ding, weil ich mich im Moment nicht so lang konzentrieren kann.

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #32
Seite 15 - Theologische Perspektiven.

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #33
Seite 15 - Theologische Perspektiven.
Danke Daphne!

Um so mehr ich mir davon durchlese, um so mehr gefällt es mir. Das wäre, glaube ich, sogar eine gute Broschüre, die man auch nicht christlichen Outenten in die Hand geben kann (gibst das Wort, oder habe ich das eben erfunden? ;D )

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #34
Sprache Dengltrinisch?

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #35
Das wäre, glaube ich, sogar eine gute Broschüre, die man auch nicht christlichen Outenten in die Hand geben kann

Kann man. Denn von diesem Kapitel abgesehen, fasst die Broschüre den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen.

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #36
Mein Kusenkchen (Cousin) ist gerade wieder weg - der von der Freien evangelischen Gemeinde.

Ich habe ihm ein Märchen erzählt von einer Kollegin in einer anderen Abteilung, die Transsexuell ist und in einer Freien evangelischen Gemeinde. Sie hat große Angst, sich dort zu outen, weil sie nicht abschätzen kann, wie die reagieren. - Ich hätte ihr erzählt, das ich jemanden kenne, der ebenfalls in einer solchen Gemeinde ist, den ich fragen kann, wie er es sieht.

Nunja, er sagte, das es wahrscheinlich überall anders aussieht. Er konnte sich erinnern, das in seiner Jugend die Frauen keine Hosen tragen durften :o  :o  :o  Es hat sich aber seitdem massiv gewandelt -  (vor etwa 40 Jahren). Er kenne zwei Lesben, die in der Gemeinde sind. Die eine ist noch nicht operiert (auch TS? Ich habe nicht nachgefragt) Er selbst findet Transsexualität nicht gut, hat sonst aber kein Problem damit. Anders sieht es aus, bei Homosexualität. Mit den Menschen selbst kommt er klar, aber nur, wenn es nicht praktiziert werde. Auf meinen Einwand, das die niemanden schaden und auch nur ihr Glück suchen, ist er keinen Millimeter zurückgewichen.
Ich habe noch eine neue Information bekommen: Seine ist eine baptistische Gemeinde. Keine Ahnung, was das bedeutet.

Nun gut. Ich werde wohl also nicht mit Steinen beworfen, auch wenn ich nicht verstehe, was an Homosexualität "schlimmer" sein soll, als an Transsexualiät. Ich habe mich heute trotzdem nicht bei ihm geoutet. Er wird aber der erste in dem Flügel sein, Ich bin deutlich beruhigt, deutlich!

Liebe Grüße,
dat Kerstin ;)

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #37
Die Baptisten sind im allgemeinen noch die "normalsten".

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #38
Die Baptisten sind im allgemeinen noch die "normalsten".
Von den unnormalen!  Und da hängt es auch von ab, ob es Southern baptist sind (schlimm), oder normale Bapsten, ( etwas weniger schlimm)

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #39
... oder Katholen. In den USA wohl praktisch genauso schlimm wie de "normalen" Baptisten. 
Die hiesigen Baptisten sind wohl überwiegend "normale" Baptisten. Aber da kommt es auf die Gemeinde an - mein Schwager (Pastor) hat grad ein wenig Streß, weil er einigen seiner Schäfchen nicht reaktionär genug ist.

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #40
... oder Katholen. In den USA wohl praktisch genauso schlimm wie de "normalen" Baptisten.
Die hiesigen Baptisten sind wohl überwiegend "normale" Baptisten. Aber da kommt es auf die Gemeinde an - mein Schwager (Pastor) hat grad ein wenig Streß, weil er einigen seiner Schäfchen nicht reaktionär genug ist.
Ja, die Katholiken hier sind ein Kapitel für sich!  Da ich vom linken Niederrhein bin, war ich natürlich katholisch.  Als ich das erste mal hier eine Messe, usw. besuchte, dachte ich, ich bin im falschen Film.  Das erinnerte mich daran, wie es war als ich Kleinkind war!  Die katholiken hier sind fast ausschliesslich von Iren und Polen kontrolliert, und haben deren altmodisch katholischen Ideen beibehalten!
Die Familie meiner Ex sind Methodisten, einer der wohl progressivsten evangelischen Gruppen, und da bin ich dann schnell auch dazu gegangen.  Eine meiner Nichten (oder die Nichte meiner Ex, um genau zu sein), ist methodistische  Pastorin, und sie ist eine meiner größten Unterstützer.  Sie benutzt das Beispiel von ihrem Onkel, der zu ihrer Tante wurde, um Toleranz in ihrer Gemeinde zu predigen.  Aber auch bei den Methodisten gibt es eine altmodische und eine moderne Strömung.  Die moderne Seite erlaubt Ehen von homosexuellen Menschen, und auch dass solche Menschen Geistliche werden (meine Nichte gehört zu der Gruppierung, die hauptsächlich in den USA ist, während die traditionelle Strömung hauptsächlich in Afrika ist), und eine Spaltung der Methodisten steht recht nahe bevor.

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #41
...  altkatholischen Ideen ...
Ich weiß natürlich, was du sagen willst, aber die "Altkatholiken" gibt es wirklich. Sie haben sich vom Papsttum losgesagt, erlauben Wiederheirat nach einer Scheidung, haben Priester und Priesterinnen, auch verheiratete. Die geistlichen Ämter werden gewählt, Ökumene groß geschrieben.
http://www.reformkatholiken.de/
Homosexuelle Paare dürfen zwar auch dort nicht kirchlich heiraten, aber es wurde ein spezieller Gottesdienst (Ritual) zur Partnerschaftssegnung eingeführt.
https://www.alt-katholisch.de/information/haeufig-gestellte-fragen/homosexualitaet.html

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #42
Danke!  Habe das in altmodisch Katholisch umgeschrieben

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #43
Ich werde wohl mit meinem Generalouting in der Familie warten, bis irgendwann mein Vater oder auch meine Mutter von mir gegangen sind, um sie zu schützen. Auch, wenn ich inkognito zu Familienfeiern erscheine, ich kann es wahrscheinlich nicht vermeiden, das es nicht doch irgendwann zu denen durchdringt, oder meine körperlichen Veränderungen keinen anderen Schluß mehr zulassen.

Hat vielleicht irgendjemand persönliche Erfahrungen gemacht?
Gibt es durchschlagende Argumente für mich? (Gott hat mich so gemacht . . .)
Mach ich mir unnötig Sorgen?
Gibt es persönliche Erfahrungen von Euch?

Liebe Kerstin!

Ich glaube wirklich, daß man gläubigen Menschen (die ja an die Allmacht und die "unergründlichen Ratschlüsse" ihrer Gottheit glauben)
gegenüber (oder besser miteinander) argumentieren kann, daß Gott/Allah was auch immer Dir diesen Weg bereitet hat,
den Du dann eben dankbar (trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten) gehen möchtest.
Außerdem betrifft Deine Transidentität in aller Ausschließlichkeit Dich allein und nicht die Gruppe oder selbst Deine Familie.
Es geht um Dich als Person und nicht um die anderen. Auch als Frau kannst Du Deinen Beitrag in der Gemeinde leisten,
vielleicht sogar besser als jene, die eben nicht "beide" Lebenswirklichkeiten aus eigener Erfahrung kennen.

Daß ausgerechnet ich das sage, die Meisterin im Verstecken ihrer selbst, mag zwar etwas komisch anmuten, aber ich habe
Dein YouTube Video gesehen. Ich kann Dich dort ohnehin nur als Frau wahrnehmen, von daher stelle ich mir Deine "Inkognito"-Idee
als ziemliche Herausforderung vor...

Ich weiß nicht, ob man Dir da einen allgemeinen Rat geben kann, man kennt die Leute ja nicht, aber auch jene müssen einfach
akzeptieren, daß es Mut und Größe erfordert, sich aus dem, dem biologischen Geschlecht zugewiesenen, Rollenbild zu befreien
und als das zu leben, was Gott einem eben zugedacht hat.

Du hast genau diesen Mut und die Größe dafür, der mir bis jetzt gefehlt hat, also lass Dich nicht ausgerechnet von einer Gruppe,
deren Gemeinsamkeit auf Konformität beruht, einbremsen (auch wenn keine besser weiß als ich, wie leicht sich das so dahinsagt).

Viele liebe Grüße
Julia

 

Re: Freie evangelische Gemeinde - persönliche Erfahrungen?

Reply #44
Hallo Julia,

...
Liebe Kerstin!

Ich glaube wirklich, daß man gläubigen Menschen (die ja an die Allmacht und die "unergründlichen Ratschlüsse" ihrer Gottheit glauben)
gegenüber (oder besser miteinander) argumentieren kann, daß Gott/Allah was auch immer Dir diesen Weg bereitet hat,
den Du dann eben dankbar (trotz aller damit verbundenen Schwierigkeiten) gehen möchtest.
Wie reagieren dann diese Menschen, wenn solche Argumente von einem offenkundigen Atheisten kommen? Ich habe auch die Erfahrung gemacht, das man nicht mit Leuten diskutieren kann, wenn es um religiöse Ansichten oder gefasste politische Meinungen geht. Ich bin dazu mündlich nicht gut zu Fuß. Ich bin recht beliebt in meiner Familie (bis auf die mit der Wirmer Flagge :( ) Ich bin überzeugt, das es auch wichtig für die Akzeptanz ist, wie man auf Andere wirkt. Da bin ich froh, das ich wesentlich weiter bin, als vor z.B. 10 Jahren. Was man fühlt, strahlt man aus und es kommt zurück. Gerade in letzter Zeit habe ich massiv an Selbstliebe und Selbstakzeptanz dazugewonnen.

Quote
Außerdem betrifft Deine Transidentität in aller Ausschließlichkeit Dich allein und nicht die Gruppe oder selbst Deine Familie.
Es geht um Dich als Person und nicht um die anderen. Auch als Frau kannst Du Deinen Beitrag in der Gemeinde leisten,
vielleicht sogar besser als jene, die eben nicht "beide" Lebenswirklichkeiten aus eigener Erfahrung kennen.
Im Prinzip stimmt das. Theoretisch dürfte es mein Gegenüber in keinster Weise beeinflussen oder beeinträchtigen wie ich aussehe. Das aber ist eben nur graue Theorie. Der Mensch ist ein Wesen, das andere wegen Äußerlichkeiten ablehnt, diskriminiert und unterdrückt.
Quote
Daß ausgerechnet ich das sage, die Meisterin im Verstecken ihrer selbst, mag zwar etwas komisch anmuten, aber ich habe
Dein YouTube Video gesehen. Ich kann Dich dort ohnehin nur als Frau wahrnehmen, von daher stelle ich mir Deine "Inkognito"-Idee
als ziemliche Herausforderung vor...
Ich danke Dir vielmals :-*  :-*  :-*
Die Forumsmitglieder, die schon länger dabei sind, werden bezeugen, das es für mich ein wirklich harter und langer Weg bis zum jetzigen Status war. Ich bin hochsensibel, und was ich vor kurzem auch von Fachleuten weiß, ich habe eine Sozialphobie. Ich habe also auch heftig Erfahrung im Verstecken.

Quote
Ich weiß nicht, ob man Dir da einen allgemeinen Rat geben kann, man kennt die Leute ja nicht, aber auch jene müssen einfach
akzeptieren, daß es Mut und Größe erfordert, sich aus dem, dem biologischen Geschlecht zugewiesenen, Rollenbild zu befreien
und als das zu leben, was Gott einem eben zugedacht hat.

Du hast genau diesen Mut und die Größe dafür, der mir bis jetzt gefehlt hat, also lass Dich nicht ausgerechnet von einer Gruppe,
deren Gemeinsamkeit auf Konformität beruht, einbremsen (auch wenn keine besser weiß als ich, wie leicht sich das so dahinsagt).

Viele liebe Grüße
Julia
Einen sicheren Rat kann mir wohl niemand geben. Die Leute sind zu verschieden. Ich habe ja schon vorsichtig das "Wasser" angetestet und kann sagen, das ich zumindest nicht augenblicklich darin einen Herzinfarkt bekomme. Es gibt da keinen anderen Weg, als Augen zu und durch.
Größe und Mut sind große Worte. Ich bin schon sehr stolz auf das, was ich mir bisher erkämpft habe, aber zu oft will ich einfach nur an Ort und Stelle ein Loch graben, um mich darin zu verstecken.


dankeschön, und ganz liebe Grüße,
dat Kerstin